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GKV

Zusatzbeitrag: GKV droht mit Pfändungen

15. August 2011

Da viele Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ihre Zusatzbeiträge nicht bezahlt haben, drohen einige der Krankenkassen nun mit einer Vollstreckung durch das Inkasso-Verfahren. Im Notfall müssten sogar Gehälter, die Rente oder Konten dafür gepfändet werden, berichtet „Spiegel Online“.

 

150.000 Versicherte zahlten Zusatzbeiträge nicht

Rund 150.000 Versicherten droht ein Inkasso-Verfahren, da sie ihre Zusatzbeiträge im ersten Halbjahr 2011 nicht gezahlt haben. Insgesamt erheben 12 der rund 150 gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag, betroffen sind davon rund 7,3 Millionen Versicherte. Viele der Betroffenen können die Zusatzbeiträge aufgrund ihrer finanziellen Situation aber einfach nicht zahlen. Häufig sind viele Patienten schon alleine mit der Zahlung der Praxisgebühr und den Medikamentenzuzahlungen überfordert.

 

Defizit von 28 Millionen Euro durch Zusatzbeitrag-Nichtzahler

Seit Anfang 2009 können die gesetzlichen Krankenkassen von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag erheben. Die Einnahmen aus den Zusatzbeiträgen lagen im ersten Quartal 2011 bei rund 170 Millionen Euro. Am meisten von den Nichtzahlern betroffen seien die DAK und die KKH-Allianz. Die DAK ist mit rund 4,5 Millionen Mitgliedern die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und hat momentan unter knapp 200.000 Nichtzahlern zu leiden, so Spiegel Online. Diese 200.000 Versicherten verursachten damit im ersten Quartal 2011 ein Minus von gut 28 Millionen Euro.

 

 

Schriftlicher Bescheid des Zollamts lässt viele Versicherte zahlen

Viele Krankenkassen drohen nun mit der Pfändung von Gehältern, Löhnen oder Konten. Dies scheint zu funktionieren. Rund 20 Prozent der zahlungssäumigen Versicherten hätten nach Erhalt des schriftlichen Bescheides des Zollamtes ihre Schulden bei der KKH-Allianz Krankenversicherung sofort beglichen. Das Bundesversicherungsamt sagte gegenüber „Spiegel Online“, dass das BVA rechtlich dazu verpflichtet sei, gegen Krankenkassen vorzugehen, die nichts gegen ihre Nichtzahler unternehmen. Ob es tatsächlich schon zu einer Pfändung gekommen sei, konnte keine der betroffenen Krankenkassen gegenüber Spiegel Online bestätigen.

 

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