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GKV

Zusatzbeitrag: AOK und Barmer GEK wackeln

8. März 2011

Viele gesetzliche Krankenkassen weisen Beitragsdefizite auf, die nur durch ein Zusatzbeitrag ausgeglichen werden können. Auch die AOK und die Barmer GEK scheinen jetzt hohe Defizite aufzubauen, so dass die Erhebung eines Zusatzbeitrages wohl nur noch eine Frage der Zeit ist. Dabei galten vor allem die AOK und die Barmer GEK als Bollwerk gegen den Krankenkassen Zusatzbeitrag.

AOK und Barmer GEK: Finanzausgleich führt zu Verlusten

Nach Informationen der Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ soll sich das Defizit bei der AOK im Jahr 2010 auf mehr als 500 Millionen Euro belaufen. Vor allem die AOK Bayern ist betroffen, da sie hohe Rückzahlungen an den Gesundheitsfonds leisten muss und die Zahlungen für das Jahr 2010 entsprechend reduziert wurden. Obwohl sich der Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, Helmut Platzer, negativ über die Konvergenzregel aus dem Jahr 2008 äußert, ändert dies nichts an der Tatsache, dass die Rückzahlungen geleistet werden müssen. Selbst ein juristisches Vorgehen konnte nichts daran ändern. Betroffen ist auch die größte deutsche gesetzliche Krankenkasse Barmer GEK mit einem Defizit von 298 Mio Euro in 2010.

AOK und Barmer GEK: Zusatzbeitrag eine Frage der Zeit?

Auf Basis der genannten Fakten wird jetzt wieder heftig über die Einführung eines Zusatzbeitrages bei der AOK und der Barmer GEK spekuliert. Noch dementiert die AOK die Einführung von Zusatzbeiträgen für das Jahr 2011, bei der AOK Bayern könnte die Erhebung allerdings noch im Jahr 2011 erfolgen. Bereits im Frühjahr 2010 gab es Gerüchte über die Einführung von Zusatzbeiträgen bei der AOK Saarland sowie der AOK Rheinland-Pfalz. Damals konnten die Krankenkassen jedoch auf diesen Zusatzbeitrag verzichten. Bis heute hat noch keine der angeschlossenen AOK´s den Zusatzbeitrag erhoben. Von der Barmer GEK gibt es bislang keine eindeutige Stellungnahme zum Zusatzbeitrag.

Krankenkassenwechsel in großem Maßstab befürchtet

Aktuell wird über einen Krankenkassen Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro spekuliert. Sollte dieser eingeführt werden, wäre ein Wechsel zu einer anderen Krankenkasse möglich, da der Gesetzgeber für diese Fälle ein Sonderkündigungsrecht eingeführt hat. Noch immer gibt es verschiedene gesetzliche Kassen, allen voran die Techniker Krankenkasse, die bisher auf die Einführung des Zusatzbeitrages verzichtet haben und aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation auch weiter verzichten können.

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