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GKV

Werden Versicherte beim Krankenkassenbeitrag entlastet?

10. März 2014

Steigen oder sinken die Kassenbeiträge?

Steigen oder sinken die Kassenbeiträge?

Die immer höheren Ausgaben für die unvermeidlichen Dinge im Leben manchen vielen Privathaushalten schwer zu schaffen. Dinge wie Miete, Strom oder Heizung sind nun einmal nicht wirklich zu beeinflussen. Ebenfalls dazu gehören die Beiträge für Renten-und Krankenkasse. Und die Politik ermahnt zu privater zusätzlicher Vorsorge. Doch viele können sich das gar nicht leisten. Nun kommt Hoffnung vom Bundesgesundheitsminister, der von sinkenden Kassenbeiträgen spricht.

Die Reform der Krankenkassen-Finanzierung

Die Reform ist geplant und was sie bringt, ist in Einzelheiten noch nicht abzusehen. Doch Bundesgesundheitsminister Gröhe von der CDU rechnet mit Entlastungen der Beitragszahler. Zumindest schließt er massive Beitragssteigerungen quasi aus. Wie ernst kann man solche Versprechen nehmen?

Sonderbeitrag in den letzten Jahren

0,9 % Sonderbeitrag mussten die Versicherten in jüngster Vergangenheit zahlen. Dieser ist nun weggefallen. Einige Kassen ließen zwar verlauten, dass sie den Sonderbeitrag nun durch kassenbezogene Zusatzbeiträge ersetzen werden, doch dies sind die Wenigsten. Für die meisten Versicherten bleibt es also bei dem aktuellen Beitrag, so nimmt man an.

Zusatzbeitrag ist Sache der Kasse

Jede Krankenkasse kann selbst entscheiden, ob und in welcher Höhe sie Zusatzbeiträge erhebt. Bei einigen sind die 0,9 % angepeilt, damit sich für die Versicherten nichts ändert. Die gesetzlichen Kassen, die finanziell gut da stehen, wollen die Versicherten durch einen niedrigen oder wegfallenden Zusatzbeitrag entlasten. Doch es gibt natürlich auch den umgekehrten Fall: Krankenkassen, die einen höheren Zusatzbeitrag erheben werden, weil sie sich davon erhebliche Mehreinnahmen versprechen.

Entlastung der Versicherten in großer Zahl

Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass rund 20 Millionen Versicherte durch geringere Beiträge entlastet werden. Doch von den Kassen selbst ist dazu noch nicht viel zu hören. Manche Krankenversicherungen, wie die Barmer GEK, setzen bei der Sparpolitik auf Entlassung von Mitarbeitern und Schließung von Filialen. Die Betroffenen hätten sicher wenig Verständnis dafür, wenn auf der anderen Seite die Versicherten mit geringeren Beiträgen belohnt würden, obwohl die Entlassungen angeblich dringend aus Sparsamkeitsgründen sein müssen.

Höhere Beiträge befürchtet

Nachdem der Gesundheitsminister zusammen mit dem Finanzminister Schäuble eine Kürzung des Bundeszuschusses für die Krankenkassen beschlossen hatte, wurde auf breiter Front die Angst vor dem Ansteigen der Beiträge laut. Der Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds soll ab dem Jahr 2017 dauerhaft auf 14,5 Millionen erhöht werden. Bis dahin sind die Beträge erstmal noch kleiner: 11,5 Milliarden für das Jahr 15, wobei das einer Kürzung um 2,5 Milliarden entspricht.

Auch wenn es momentan gut aussieht …

Die hohen Rücklagen der Kassen gelten als Grund für die Kürzung der Zuschüsse. Doch es ist abzusehen, dass sich die finanzielle Lage der Krankenkassen wieder verschlechtert. Dann sind die Versicherten gefragt, die Defizite wieder auszugleichen – und zwar über steigende Beiträge. Eine wirkliche Stabilität ist also nicht in Sicht und damit auch keine gleichbleibende Größe für die Versicherten, die immer wieder mit diesem Hin und Her leben müssen.

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