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PKV

Wechsel zur PKV: GKV stellt sich quer

28. März 2011

Wer in diesen Wochen aufgrund einer Absenkung der Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Möglichkeit hat, in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln, dürfte den derzeit schwelenden Streit aufmerksam verfolgt haben – der Wechsel von der GKV in die PKV wird plötzlich und unerwartet erschwert. Der Hintergrund – hat ein gesetzlich Versicherter einen Zusatztarif abgeschlossen, verweigern einige gesetzliche Krankenkassen den nahtlosen und sofortigen Wechsel in die private Krankenkasse.

Krankenkassen pochen auf reguläre Kündigungsfrist bei Wahltarifen

So manch ein Versicherter dürfte sich über die letzte Gesundheitsreform zum 01. Januar 2011 gefreut haben. Die Reduzierung der Versicherungspflichtgrenze und der Wegfall der bisherigen Drei-Jahres-Frist sollten den schnellen Wechsel in die private Krankenversicherung ermöglichen. Gerade für junge, gesunde Alleinstehende ohne Familie kann ein solcher Wechsel sinnvoll sein, weil die Versicherungsbeiträge in der PKV durchaus günstiger sein können als in der GKV. Doch so hatte man nicht gewettet – relativ überraschend stellen sich einige gesetzliche Krankenkassen quer, wenn ihre Versicherten in die PKV wechseln wollen. Der Hintergrund:  ist neben dem Haupttarif ein zusätzlicher Tarif zur Ergänzung des Versicherungsschutzes abgeschlossen, dann muss auch dieser Zusatztarif zu seiner regulären Kündigungsfrist gekündigt werden, eine vorzeitige Kündigung mit dem Haupttarif soll nicht möglich sein. Doch falls bis zur möglichen Kündigungsfrist noch längere Zeit ins Land geht und der Versicherte zwischenzeitlich erkrankt, muss er in der PKV unter Umständen mit einer gravierenden Beitragserhöhung in Form von Risikozuschlägen rechnen – wodurch der Wechsel in die PKV kaum noch sinnvoll sein kann.

Rechtslage nicht klar

Die Rechtslage ist derzeit dann auch eher unübersichtlich – einige gesetzliche Versicherer lassen ihre Mitglieder wechseln, andere nicht. Selbst die juristischen Hintergründe sind offensichtlich nicht völlig transparent, widersprechen sich hier doch beispielsweise der Verband der Ersatzkassen und die Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen und das Bundesversicherungsamt. Man darf also gespannt sein, wie sich die Situation an dieser Stelle juristisch entwickelt. Vorerst bleibt den Versicherten wohl nur die direkte Anfrage bei ihrer Krankenkasse übrig.

 

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