zum Inhalt

PKV

Wechsel in die PKV: Mindestbindungsfristen nach Auffassung des BVA ohne Wirkung

22. März 2011

Aufgrund von Mindestbindungsfristen bei Wahltarifen wird manchen Kunden der Ausstieg aus der gesetzlichen Krankenkasse verwehrt. Das Bundesversicherungsamt (BVA) ist der Auffassung, dass diese Fristen wirkungslos sind, teilte das BVA heute in Bonn mit. Die KKH-Allianz sowie der Verband der Ersatzkassen (VDEK) sind von dieser Rechtsauffassung nicht überzeugt. Sie sind der Meinung dass die Mindestbindungsfrist der gesetzlichen Krankenkasse abgelaufen sein muss, bevor ein Wechsel in eine private Krankenkasse möglich ist. Der VDEK vertritt alle 6 Ersatzkassen, welche ca. 25,5 Millionen Kunden versichern. Viele der gutverdienenden Kunden können nun aufgrund des Wegbleibens der Drei-Jahres-Frist aus der GVK in die PVK wechseln.

Wartezeit auf PKV-Wechsel birgt hohes Risiko

BVA-Sprecher Tobias Schmidt sagte: „Sollte sich eine Krankenkasse nicht an die Rechtsauffassung halten, wird man sich mit der betroffenen KK in Kontakt setzen. Betroffene können sich mit dem Ablehnungsschreiben direkt an uns wenden.“ Der Verband der Privaten Krankenversicherer bestärkte die Entscheidung des BVA. Wechselwillige müssten aufgrund des gewählten Tarifs bis zu 3 Jahre unberechtigterweise weiter in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. Dies kann schlechte Folgen für die Versicherten haben. Vor dem Einstieg in die private Krankenkasse wird ein Gesundheitscheck fällig. Wird der Versicherungsnehmer während der Wartezeit krank, muss mit einem hohen Risikozuschlag und einer eventuellen Ablehnung der Krankenkasse gerechnet werden.

Wechsel mit Überschreitung der Jahresarbeitsentgeltgrenze rechtens

Die Aufsichtsbehörde ist allerdings der Meinung, es handele sich bei dem Wechsel in eine private Versicherung nicht um eine Kündigung, sondern eher um einen Wechsel. Die magische Grenze hierzu liegt beim Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze, welche Anfang 2011 auf 49.500 Euro gesenkt wurde. Die Austrittserklärung ist lediglich eine Notwendigkeit um in eine private Krankenkasse zu wechseln.

Späterer Eintrittszeitpunkt zu gleichen Konditionen

Wenn keine Einigung mit den Kassen erfolge, müssen Betroffene Versicherungsnehmer ihr Recht eventuell einklagen. Peter Schramm, unabhängiger Sachverständiger rät, mit dem Anbieter seiner Wahl eine Anwartschaft zu vereinbaren. Hierbei werden das Alter und der Gesundheitszustand des Kunden auf dem Papier eingefroren. So ist auch ein späterer Eintritt zu gleichen Konditionen möglich. Dieser Service kostet allerdings zusätzlich und sollte immer schriftlich bestätigt werden.

Wechsel in die PKV sollte gut duchdacht sein

Wer allerdings in die PKV wechseln möchte, sollte dies gut durchdenken. Eine kostenlose Mitversicherung für Familienmitglieder gibt es hier nicht. In der PVK muss jedes Mitglied selbst zahlen. Zudem muss auch hier bei größeren Unkosten ein großer Teil selbst bezahlt werden. Eine Rückkehr in die GKV ist ab einem Lebensalter von 55 Jahren fast unmöglich.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie