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GKV

Was zahlt die Krankenkasse für künstliche Befruchtung?

8. April 2014

 

Künstliche Befruchtung ist teuer

Künstliche Befruchtung ist teuer

Diese Frage beschäftigt Jahr für Jahr hunderte Paare, die sich ihren Kinderwunsch erfüllen möchten, aber dafür medizinische Hilfe brauchen. Die Regelungen sind verschieden und die Krankenkassen sind nicht bereit, eine einheitliche Linie zu fahren.

Mehr Bedarf als erwartet

Wie eine entsprechende Studie der AOK feststellte, sind weit mehr Paare betroffen, als angenommen. Etwa jedes 7. Paar ist kinderlos, ohne dies ausdrücklich zu wünschen. Einige von ihnen – und das werden immer mehr – entscheiden sich für die medizinische Hilfe in Form einer künstlichen Befruchtung.

Hohe Kosten

Die psychischen Belastungen sollen hier außen vor gelassen werden, auch wenn sie weit höher sein dürften, als man sich das als Nichtbetroffener vorstellen kann. Doch es soll um die erheblichen finanziellen Mittel gehen, die zu allen sonstigen Belastungen noch aufgebracht werden müssen. Der Preis für einen solchen Eingriff ist relativ hoch: zwischen mehreren hundert Euro bis zu rund 4.000 Euro kann eine solche Behandlung kosten. Dazu kommt: meist reicht eine Behandlung nicht aus – die Kosten sind wiederkehrend.

Krankenkassen zahlen die Hälfte

Wer krankenversichert ist, bekommt die Hälfte dieser Kosten erstattet. Doch dafür muss der Eingriff von der Kasse genehmigt worden sein und es gibt enge Vorgaben, die man einhalten muss: das Paar muss beispielsweise verheiratet sein, um einen solchen Zuschuss zu bekommen. Zudem dürfen die Frauen nicht jünger als 25 und älter als 39 sein. Bei Männern gilt als Höchstalter 49. Außerdem: eine zuvor festgelegte Anzahl der verschiedenen Behandlungsmethoden wird bezahlt – mehr nicht.

Eigenanteil ist hoch – Kassen beteiligen sich zuweilen

Der Eigenanteil, der demzufolge für die Paare bleibt, ist hoch. Doch manche Kassen zahlen mehr. „Finanztest“ hat 84 Krankenkassen hinsichtlich dieser Kostenübernahme getestet. Ergebnis: 32 von ihnen zahlen eine Zusatzleistung. Diese Möglichkeit einer Extraleistung haben die Kassen seit 2012. Erst seitdem dürfen Sie dieses Angebot in ihrer Satzung verankern. Wie hoch der zusätzliche Zuschuss ist, legt jede Kasse selbst fest. Vier der geprüften Kassen übernehmen die Kosten sogar komplett. Manche zahlen einen festen Prozentsatz, andere einen festen Geldbetrag. Manche der Versicherer sind bereit, für Frauen über 39 zu zahlen, eine zahlt die gesetzliche Hälfte des Betrages auch, wenn das Paar unverheiratet ist.

Kasse wechseln

Wer mindestens anderthalb Jahre bei seiner Krankenkasse versichert ist, darf diese wechseln. Die Kündigungsfrist ist gesetzlich festgelegt und beträgt 2 Monate zum Quartalsende. Bei einigen Vergleichsseiten im Netz hat man die Möglichkeit, speziell nach einer Krankenkasse zu suchen, die diese Extra-Leistungen erbringt. Auch nach anderen Extras kann man bei dieser Gelegenheit suchen: wie Naturheilverfahren oder Zahnprophylaxe.

Zuschuss für künstliche Befruchtung durch die Bundesländer

Extra-Zuschüsse gibt es für die künstliche Befruchtung nicht nur von der einen oder anderen Kasse. Manche Bundesländer bieten zusammen mit dem Bund noch weitere Zuschüsse an. So Niedersachen und Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie Thüringen. Von der Hälfte der Kosten, die dem Paar verbleiben, zahlen der Bund und das Land jeweils noch einmal 25 %. In Sachsen-Anhalt ist man besonders großzügig. Dort zahlt man dieses Extra-Geld des Staates sogar an unverheiratete Paare.

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