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GKV

Was bringt die Krankenkassenreform?

1. April 2014

 

Beitrag sinkt - Zusatzbeitrag kommt

Beitrag sinkt – Zusatzbeitrag kommt

Die Finanzreform der gesetzlichen Krankenkassen ist seit Beginn der Amtsperiode der neuen Bundesregierung im Gespräch. Sie soll ab 2015 wirksam werden und ist nun auf den Weg gebracht worden. Welche Änderungen wird es geben?

Die Kosten steigen

Dass die Kosten im Gesundheitswesen steigen, ist nicht neu. Von der Bundesregierung wird deshalb seit Langem gefordert, die Gesetzmäßigkeiten anzupassen. Die zuvor im Amt gewesene Bundesregierung hatte eine sogenannte Kopfpauschale ins Gespräch gebracht, die nun endgültig vom Tisch zu sein scheint.

Das neue Modell

Statt der Kopfpauschale hat man sich ein neues Modell erdacht. Laut des Bundesgesundheitsministers ist dies geeignet, um die Krankenversicherungen zukunftsfest zu machen und finanzielle Grundlagen zu stärken.

Sinkender Grundbetrag

Der Grundbetrag wird sinken. Und zwar von derzeit 15,5 % auf 14,6 %. Diese Änderungen merken die Betroffenen direkt am Monatsende bei Lohnauszahlung. Erreicht wird dies durch Wegfall des Arbeitnehmeraufschlages von 0,9 %.

Dennoch höhere Beiträge?

Die Experten stehen dieser Einsparung jedoch kritisch gegenüber, denn mittelfristig wird mit einer Erhöhung des Beitrages gerechnet. Laut des neuen Gesetzes ist es möglich, dass die Kassen einen variablen und einkommensabhängigen Zusatzbeitrag verlangen. Diesen müssen dann die Arbeitnehmer allein tragen, denn die Arbeitgeber beteiligen sich nur am Grundbeitrag.

Kostensteigerungen erwartet

Aufgrund der Altersstruktur der Gesellschaft werden für die kommenden Jahre höhere Ausgaben der Kassen erwartet, die damit allein auf die Arbeitnehmer abgewälzt werden. Wie hoch diese Mehrbelastung ausfällt, ist mit Sicherheit eines der Kriterien bei der Wahl der Krankenkasse.

Nicht übereilt wechseln

Zwar äußern sich derzeit bereits einige Krankenkassen zum Thema Mehrbeitrag, aber hier ist noch nichts entschieden. Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen rät davon ab, jetzt schon zu urteilen. Denn eine seriöse Prognose, wo es etwas teurer und wo etwas billiger wird, ist noch nicht machbar. Ab 1.1.2015 tritt dieses Gesetz in Kraft und so kann es auch noch eine Weile dauern, ehe die Krankenkassen darüber entschieden haben, wie sie mit der neuen Freiheit verfahren wollen.

Vorsicht vor Billigangeboten

Doch auch wenn es verlockend ist: niemand sollte allein aufgrund des billigen Beitrages zu einer anderen Krankenkasse wechseln. Denn hinter dem günstigen Beitrag steckt mit Sicherheit eine verminderte Leistung. Ob man diese in Kauf nehmen möchte, sollte gut überlegt sein. Der Konkurrenzkampf der Kassen ist jedenfalls in Sicht, und vergleichen sollte man dabei immer Beitrag und Leistung, nie eines vom anderen getrennt.

Das Sonderkündigungsrecht

Wird der Beitrag der Kasse höher, trifft für die Versicherten das Sonderkündigungsrecht in Kraft. Dieses hat zum Inhalt, dass innerhalb eines Monats nach der Erhöhung das Vertragsverhältnis gekündigt werden kann. Allerdings gibt es eine Frist von zwei Monaten zum Monatsende. Wer also aufgrund des höheren Beitrages im Januar 2015 kündigt, kann ab dem 1.4. eine neue Krankenkasse wählen.

Kündigung  ohne Erhöhung

Auch ohne Beitragserhöhung kann man die Kasse wechseln. Auch hier gilt die o.g. Frist. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass das Vertragsverhältnis länger als 18 Monate besteht. Auch chronisch Kranke haben Anspruch auf die freie Wahl der Krankenkasse und können wechseln. Denn es besteht die Annahmepflicht der Gesetzlichen und somit nicht die Gefahr, ohne Krankenversicherungsschutz zu enden, weil man wechseln wollte.

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