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PKV

Wahltarife erschweren Wechsel in die PKV

9. März 2011

Seit Jahresanfang haben gesetzlich Versicherte die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln, wenn ihr Einkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet. Einige Krankenkassen lehnen die kurzfristige Kündigung bei der Nutzung von Wahltarifen allerdings ab und verweisen in diesem Zusammenhang häufig auf die mehrjährigen Bindungsfristen.

 

Wechsel in die Private Krankenversicherung 2011

Seit Januar 2011 endet die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse bereits dann, wenn Arbeitnehmer die Jahresarbeitsentgeltgrenze einmalig überschreiten. In diesem Fall sind die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, eine Information an den Versicherten zu senden und über die Möglichkeit eines Wechsel in die private Krankenversicherung zu informieren. Erklärt das Mitglied dann spätestens zwei Wochen nach Zugang des Schreibens die Kündigung, ist der Wechsel in die PKV möglich.

 

Wahltarife der gesetzlichen Krankenkassen

Mit Einführung der Wahltarife in der gesetzlichen Krankenversicherung haben sich insbesondere Arbeitnehmer mit einem überdurchschnittlichen Einkommen für einen Wahltarif entschieden. Dieser verspricht beispielsweise Beitragsrückerstattungen, wenn der Arzt innerhalb des Jahres nicht oder nur selten aufgesucht wurde. Bei derart hohen Beiträgen können durch die Rückerstattung nicht unerhebliche Beiträge eingespart werden.

 

Bindefrist im Wahltarif erschwert Wechsel in die private Krankenversicherung

Ehemals Pflichtversicherte, die jetzt jedoch in die PKV wechseln wollen, erleben nicht selten eine böse Überraschung. Viele Krankenkassen sehen den Wechsel als Kündigung an, der bei Wahltarifen jedoch innerhalb der ersten ein bis drei Jahre ausgeschlossen ist. Der Austritt aus der PKV wird daher abgelehnt. Demgegenüber steht zwar die Aussage des Bundesversicherungsamtes, dass der Austritt aus der GKV nicht als Kündigung zu werten ist, dennoch lehnen viele Krankenkassen den Austritt ab.
Die Rechtslage ist aktuell noch ungeklärt, auch wenn davon auszugehen ist, dass die Beendigung der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung auch bei einem Wahltarif möglich ist. Sollte keine bundesweit einheitliche Regelung gefunden werden, müssen wohl künftig Sozialgerichte entscheiden.

 

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