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Gesundheit

Virustherapie gegen Krebs: Viren bekämpfen Tumor

20. Februar 2011

Die Krebstherapie hat in den vergangenen Jahren bereits enorme Fortschritte machen können. Aktuell arbeiten Wissenschaftler rund um den Globus an einer neuen Therapieform. Sie haben entdeckt, dass Viren erfolgreich gegen Tumorzellen eingesetzt werden können. Auch die Molekularbiologen des Deutschen Krebsforschungsinstituts nehmen an der Forschung in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Hautklinik teil.

Krebspatienten mit Viruserkrankung zeigen überraschende Ergebnisse

Der Ansatz der neuen Therapie wurde auf der Grundlage entwickelt, dass sich Tumorzellen bei Patienten zurückgebildet haben, die an einer Viruserkrankung litten. Ärzte berichteten, dass Viren eine aktive Wirksamkeit gegen Krebstumorzellen entwickeln können, allerdings häufig nur in Einzelfällen. Die Forscher arbeiten jetzt daran, die Viruszellen entsprechend umzugestalten, um sie effektiv und für alle Patienten einsetzen zu können.

Tumor Virustherapie: Mögliche Behandlung von Krebs durch Viren

Das Deutsche Krebsforschungsinstitut arbeitet bereits seit einigen Jahren an der Erforschung der Virentherapie. So genannte onkolytische Viren wie etwa das Herpes-Simplex-Virus werden zur Behandlung eingesetzt. Erste Erfolge gehen bereits auf das Jahr 2004 zurück. Für die Therapie werden die Viren je nach Patient direkt in die Blutbahn oder aber in die Tumorzellen injiziert. Dort haben die Viruszellen die Möglichkeit, sich zu vermehren und gleichzeitig gegen den Tumor vorzugehen.

Die besondere Schwierigkeit für die Forscher besteht darin, dass zwar der Tumor angegriffen, das umliegende Gewebe aber nicht geschädigt werden soll. Gleichzeitig muss ausgeschlossen werden, dass das körpereigene Abwehrsystem aktiviert wird, so dass der Körper nicht gegen die eingedrungenen Viren arbeitet. Daher müssen die vorhandenen Viren entsprechend transformiert werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Virustherapie als Alternative zur Chemotherapie bei Tumor-Behandlung

Die aktuellen Forschungen zeigen, dass bereits geringe Virusmengen ausreichen, um die Tumorzellen abzutöten. Auch kann dieses Ziel in einer relativ geringen Zeit erreicht werden, erste Erfolge konnten die Forscher bereits nach wenigen Stunden erkennen. Ein positiver Effekt der Therapie ist zudem, dass diese jederzeit abgebrochen werden kann, wenn der Patient hierauf negativ reagiert. Dennoch sehen Forscher in der Virentherapie eine gute Alternative zur herkömmlichen chemotherapeutischen Maßnahme. Aber auch Kombinationen mit den einzelnen Therapieformen werden aktuell noch nicht ausgeschlossen.

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