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Politik

Versorgungskonzept für flächendeckende medizinische Versorgung

25. Februar 2011

Am 23. Februar wurden im Bundestag die wichtigsten Eckpunkte des neuen Versorgungskonzeptes besprochen. Vor allem finanzielle Anreize für junge Ärzte sollen die Abwanderung aus ländlichen Gebieten stoppen und so eine flächendeckende medizinische Versorgung der Menschen gewährleisten. Auch soll dem Trend zur Auswanderung junger Mediziner ins Ausland Einhalt geboten werden.

Finanzielle Anreize für junge Mediziner

Das Bundesministerium für Gesundheit hat sich zum Ziel gesetzt, die ärztliche Versorgung in Deutschland flächendeckend zu gewährleisten. Hierzu muss jedoch sichergestellt werden, dass die bisher starke Abwanderung der Ärzte aus ländlichen Gebieten in die Großstädte reduziert werden kann. Um den jeweiligen Bedarf an Ärzten und Fachärzten in einer Region beurteilen zu können, soll der gemeinsame Bundesausschuss nach Ansicht des Bundesgesundheitsministers Philipp Rösler eine Planung erstellen, die die Notwendigkeit der Ärzte auflistet. Auch die Länder sollen in dieser Bedarfsplanung ein Stimmrecht erhalten und angehört werden. Bisher besteht der Gemeinsame Bundesausschuss lediglich aus Mitgliedern von Kassenärztlicher Vereinigung und Krankenkassen.

Ärzte-Vergütung auf dem Prüfstand

Um die flächendeckende medizinische Versorgung zu erreichen, will das Bundesgesundheitsministerium die bisher geltende gestaffelte Vergütung der Ärzte beenden, die Krankenkassen hingegen sollten das Recht auf individuelle Preiszuschläge erhalten. Sonderpreise für Gebiete mit Über- oder Unterversorgung wird es in Zukunft wohl nicht mehr geben.

Medizin-Studium und finanzielle Anreize für junge Ärzte

Ein großes Problem der Gesundheitspolitik in Deutschland ist zudem die zu geringe Anzahl junger Mediziner. Sie entscheiden sich auf finanziellen Gründen selten für eine eigenständige Praxis, sondern sind viel häufiger in Krankenhäusern und Kliniken tätig. Nach Ansicht des Bundesministeriums für Gesundheit sollten die Länder daher vermehrt Studienplätze für junge Ärzte bereitstellen. Diese sollten sich dann verpflichten, in ländlichen Regionen tätig zu sein. Damit wäre ein solches Studium vergleichbar mit einem Studium bei der Bundeswehr, wo sich Studenten ebenfalls verpflichten, einige Jahre bei der Bundeswehr tätig zu sein. All diese Punkte sind die Grundlage für das neue Versorgungsgesetz, welches bereits im Januar 2012 an den Start gehen soll. Weitere Diskussionen und Änderungsvorschläge werden folgen.

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