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PKV

Versicherungspflichtgrenze 2011

6. März 2011

Die Versicherungspflichtgrenze – auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) bezeichnet – ist maßgeblich für die Versicherungspflicht in der privaten Krankenversicherung (PKV). Jeder Arbeitnehmer, der ein jährliches Bruttoarbeitsentgelt unterhalb der Versicherungspflichtgrenze hat, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Arbeitnehmer mit einem Jahresarbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze können sich entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichern oder in die private Krankenkasse wechseln.Selbständige, Freiberuflicher und Beamte sind dagegen nicht von der Versicherungspflichtgrenze betroffen, so dass sie immer ein Wahlrecht haben zwischen der freiwilligen Krankenversicherung in den gesetzlichen Kassen und der PKV.

 

Geringere Einkommensgrenze zum Wechsel in die private Krankenversicherung

Die Versicherungspflichtgrenze wird jährlich im Herbst von Seiten der Bundesregierung entsprechend der allgemeinen Entwicklung von Löhnen und Gehältern angepasst. Während sie im Jahr 2010 noch bei einem jährlichen Bruttoarbeitsentgelt von 49.950 Euro und einem monatlichen Einkommen von 4.162,50 Euro lag, wurde sie zum 01. Januar 2011 gesenkt. Nun beträgt sie jährlich 49.500 Euro und monatlich 4.125 Euro. Mit der Reduzierung der Versicherungspflichtgrenze wurde der Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die PKV erleichtert, was langfristig zu einer Schwächung der gesetzlichen Kassen führen könnte.

 

Wartezeit Private Krankenversicherung verkürzt

Dem vereinfachten Wechsel von der GKV in die PKV entspricht auch der Wegfall der Dreijahresfrist, die bis Ende 2010 galt. Wollte ein Arbeitnehmer aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln, dann musste er bisher in drei aufeinander folgenden Jahren ein Bruttoarbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze vorweisen. Außerdem musste sich sein Einkommen auch für die Zukunft entsprechend entwickeln. Im Zuge der Gesundheitsreform von 2010 wurde diese Dreijahresfrist aufgehoben, so dass der Wechsel in die PKV nun möglich ist beim erstmaligen Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze.

 

 

Besondere Versicherungspflichtgrenze

Von dieser allgemeinen Versicherungspflichtgrenze ist die besondere Versicherungspflichtgrenze zu unterscheiden. Sie liegt im Jahr 2011 bei 44.550 Euro pro Jahr und 3.712,50 Euro pro Monat. Sie geht zurück auf den Jahreswechsel 2002/2003, zu dem die allgemeine Versicherungspflichtgrenze von 40.500 Euro auf 45.900 Euro angehoben wurde. Mit dieser drastischen Erhöhung wären viele privat Versicherte wieder unter die Versicherungspflicht gefallen. Um das zu verhindern, wurde die besondere Versicherungspflichtgrenze ins Leben gerufen für alle diejenigen, die zum 31. Dezember 2002 bereits privat versichert waren.

 

Berechnung des Einkommen für die Versicherungspflichtgrenze 2011

Die Berechnung des jährlichen Bruttoarbeitsentgelts berücksichtigt die monatlichen Lohn- und Gehaltszahlungen und regelmäßige Einmalzahlungen wie Urlaub- oder Weihnachtsgeld. Auch vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers gehen hier ein sowie ein mögliches Arbeitsentgelt aus einer Nebenbeschäftigung, solange diese versicherungspflichtig ist.

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