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BU-Versicherung

Versicherung gegen Berufsunfähigkeit immer schwieriger zu bekommen

3. März 2014

BU-Versicherung in jungen Jahren abschließen

BU-Versicherung in jungen Jahren abschließen

„Öko-Test“ hat die Berufsunfähigkeitsversicherungen getestet. Ergebnis: Immer mehr Erwerbstätigen – insbesondere Handwerkern – wird der Abschluss eines solchen Versicherungsantrages verweigert. Gerade die Berufsgruppen, die die BU-Versicherung dringend benötigen würden, bekommen sie immer schwieriger. Da betrifft vor allem körperlich anstrengende Berufe von Krankenpfleger bis Gerüstbauer.

Erschreckende Zahlen

Ungefähr ein Viertel aller Berufstätigen in Deutschland werden berufsunfähig, bevor sie das gesetzliche Rentenalter erreichen. Doch die gesundheitlichen Probleme sind dann nicht die einzige Belastung für den Patienten. Vielmehr folgen diverse finanzielle Schwierigkeiten nach. Verbraucherschutzorganisationen und Politiker mahnen deshalb den Abschluss von BU-Versicherungen an. „Öko-Test“ hat für einen aktuellen Vergleich 116 der zur Verfügung stehenden Verträge in Augenschein genommen – mit dem Ergebnis, dass bei Weitem nicht jeder und schon gar nicht ohne Probleme, an einen solchen Vertrag kommt.

Versicherer wollen nur „lukrative“ Kunden versichern

Bei den Tests ging es nicht nur um die Vertragsbedingungen, ob diese günstig für die Kunden sind oder nicht, sondern vor allem darum, ob jeder Berufstätige einen Vertrag erhält. Anonyme Risikoanfragen wurden dafür bei 22 Versicherungen vorgelegt. Das Ergebnis: viele, die gern vorsorgen würden, bekommen keinen Vertrag. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass es keineswegs wirklich schwerwiegende Erkrankungen sind, die zur Ablehnung führen, sondern auch geringe Anzeichen psychischer Erkrankungen, wie zum Beispiel Flugangst. Ablehnungen oder wenigstens hohe Risikoaufschläge gibt es bei Erkrankungen wie Heuschnupfen oder etwas gefährlicheren Hobbys wie Reiten.

Wünschenswert: einheitliche Richtlinie zur Annahme

Für Kunden ist es ebenso wenig wie für die Prüfungsexperten möglich, die Annahme oder Ablehnung nachzuvollziehen. Vielmehr hat man den Eindruck, dass es nach dem Zufallsprinzip geht. Die von der Branche viel beschworenen „objektiven Kriterien“ sind nicht erkennbar. Schreibtisch-Berufe werden gern versichert – alle anderen weniger.

Beratung sollte an erster Stelle stehen

Öko-Test rät den Interessenten dazu, Versicherungs-Berater hinzuzuziehen, um so eine geeignete BU-Versicherung ausfindig zu machen. Lässt sich gar nichts finden, was gut absichert und dennoch bezahlbar ist, sollte man nach Alternativen Ausschau halten wie die „Schwere-Krankheiten-Police“ oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen, sowie Policen gegen Unfall, die wenigsten die schwersten Schicksalsschläge finanziell abfedern, damit nicht die ganze Familie ins Aus rutscht.

Grundproblem kann nicht gelöst werden

Das eigentliche Problem aber, dass immer weniger Menschen eine gute BU-Versicherung finden, ist damit nicht gelöst. Denn wie ein Test ergab, gibt es pro Jahr rund 235.000 Anträge auf diese Versicherungsart die abgelehnt werden. Und damit noch nicht genug: diejenigen, die am Ende einen Vertrag ergattern, zahlen entweder wesentlich mehr als vorgesehen oder müssen bei den Leistungen eklatante Einschnitte hinnehmen. Nur etwas über 10 % derer, die einen Vertrag bekommen, haben diesen anschließend so wie beantragt in ihrem Bestand.

Die einzige Maßnahme, die wirklich helfen würde, wäre die Rückkehr zur Absicherung über die gesetzliche Rentenversicherung, die aber aus Kostengründen von hier völlig abgelehnt wird. Die einzige Empfehlung die gegeben werden kann ist, dass man eine solche Versicherung in möglichst jungen Jahren abschließt. Dann zahlt man zwar wesentlich länger in den Vertrag ein, hat diesen aber zumindest sicher und muss nicht gleich mit hohen Beiträgen einsteigen.

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