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Private Krankenversicherung: Tarifkündigung

Versichertenrecht: PKV Tarif fristgerecht kündigen

24. Oktober 2013

Rechte bei PKV Tarif Kündigung

Wer seine private Krankenversicherung kündigt hat Rechte und Pflichten

Wer eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat und mit den Leistungen und Beiträgen seines PKV Tarifes zufrieden ist, denkt natürlich nicht darüber nach, dass dies eines Tages nicht mehr der Fall sein könnte. Aus diesem Grund kennen zu wenige Versicherte ihre Rechte und Pflichten, wenn sie ihren aktuellen Tarif kündigen möchten. Aus diesem Grund haben wir von Private Krankenkasse PKV für unsere Leser die wichtigsten Versichertenrechte und -pflichten bei der Tarifkündigung in verschiedenen Einzelfällen zusammengestellt.

Ordentliche Kündigung der PKV

Wer seine private Krankenversicherung kündigen möchte, etwa weil er in einen günstigeren PKV Tarif wechseln möchte, muss dies im Wege der ordentlichen Kündigung tun. Hierbei gelten zwei wichtige Regeln: Zunächst einmal muss sich der Versicherte an die gesetzlichen Kündigungsfristen halten und außerdem muss er seiner aktuellen PKV gegenüber nachweisen, dass er nach dem Wirksamwerden seiner Kündigung nahtlos in eine andere Krankenversicherung wechselt.

Bezüglich der ordentlichen Kündigungsfrist von drei Monaten muss der Versicherte zudem beachten, dass ein PKV Tarif immer nur zum 31.12. des jeweiligen Jahres gekündigt werden kann. Wer also beispielsweise zum 31.12.2014 den Tarif seiner privaten Krankenversicherung kündigen will, muss er sicherstellen, dass sein Kündigungsschreiben spätestens am 30.09.2014 bei seinem Versicherer eingeht.

Außerordentliches Kündigungsrecht gegenüber der PKV

In bestimmten Fällen haben Versicherte gegenüber ihrer privaten Krankenversicherung ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Hier gilt der festgesetzte Zeitpunkt zum Wirksamwerden der Kündigung am 31.12. des jeweiligen Jahres nicht. Dennoch sind bestimmte Fristen einzuhalten. Konkret wird das außerordentliche PKV Kündigungsrecht in den folgenden drei Fällen zur Anwendung gebracht:

Kündigung des PKV Tarifs wegen Erhöhung der Beiträge

Ein typischer Grund für Versicherte, ihren aktuellen PKV Tarif zu kündigen, liegt dann vor, wenn der Versicherer eine Beitragserhöhung für den Tarif des Versicherten ankündigt. In diesem speziellen Fall kann der Versicherte den Tarif seiner privaten Krankenversicherung bis zu dem Tag kündigen, an welchem die Beitragserhöhung faktisch in Kraft tritt. Wenn also der Anbieter Ihrer privaten Krankenversicherung eine Erhöhung Ihrer Beiträge zum 01.05.2014 ankündigen würde, könnten Sie noch bis zum 30.04.2014 von Ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen, solange Sie den nahtlosen Übergang in eine andere Krankenversicherung ab dem 01.05.2014 nachweisen können.

Kündigung des PKV Tarifs wegen der Einschränkung von Leistungen

Ein weiterer Fall, in dem der Versicherte sein außerordentliches Kündigungsrecht wahrnehmen kann, ist dann gegeben, wenn ihm seine private Krankenversicherung mitteilt, dass die Leistungen seines Tarifes in Zukunft gekürzt werden sollen. In einer solchen Situation gilt für den Versicherten für seine außerordentliche Kündigung eine Frist von 2 Monaten ab dem Erhalt der entsprechenden Benachrichtigung seines PKV Anbieters.

Unterschreitung der Versicherungspflichtgrenze

Unterschreitet ein privat Krankenversicherter mit seinem Einkommen die Versicherungspflichtgrenze, so hat er ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht gegenüber seiner PKV. In einem solchen Fall kann der Versicherte zwar seinen PKV Tarif kündigen, muss dies aber nicht zwingend tun. Wer seine private Krankenversicherung aus diesem Grund kündigen möchte, hat hierzu ab dem Zeitpunkt, an welchem die Unterschreitung eintritt, 2 Monate Zeit. Allerdings muss in einem solchen Fall bedacht werden, dass der Betroffene nicht in einen anderen PKV Tarif wechseln, sondern nur in eine gesetzliche Krankenkasse zurückkehr kann.

Private Krankenversicherung: Sonderkündigungsrecht nicht überstürzen

Wer das Recht zur Sonderkündigung gegenüber seiner privaten Krankenversicherung hat, sollte dies jedoch nicht überstürzt wahrnehmen. Bedenken Sie hierbei bitte unbedingt, dass Sie einen direkten Übergang in eine andere Form des Gesundheitskostenschutzes gewährleisten müssen. Im Falle von Leistungseinschränkungen müssten Sie, wenn Sie in einen anderen PKV Tarif wechseln möchten, innerhalb von 2 Monaten nicht nur ihrem aktuellen Anbieter kündigen, sondern auch eine neue private Krankenversicherung finden und deren Aufnahmeprocedere inklusive Gesundheitsprüfung durchlaufen. Es gilt also, Ruhe zu bewahren, den eigenen PKV Tarif mit anderen zu vergleichen und erst dann eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen.

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