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Gesundheit

Urteil: Gericht erklärt anonyme Arztbewertung für rechtens

29. September 2011

Ein Psychotherapeut hatte Klage eingereicht, da er seinen Ruf durch eine negative Bewertung auf einem Ärzteportal gefährdet sah. Das Oberlandesgericht Hamm urteilte jedoch gegen den Mann und wies die Klage ab. Der Mann hatte auf Unterlassung und Schadensersatz geklagt, dies sahen die Richter jedoch anders. In der Urteilsbegründung hieß es, die Anonymität des Mannes werde durch das Grundgesetz geschützt und sei somit nicht angreifbar.

 

Recht auf freie Meinung

Zwar könnte eine oder mehrere schlechte Bewertungen im  äußersten Fall tatsächlich eine Gefährdung des guten Rufes und damit auch der Existenz des Mannes hervorrufen, allerdings sei es das gute Recht des „Unbekannten“, seine Meinung frei zu äußern. Als weiteren Grund für das Urteil gaben die Richter an, die Begründung des Klägers habe nicht ausgereicht. Er habe nicht ausreichend genug beweisen können, dass ihm durch die im Jahre 2008 eingetragene Bewertungen ein finanzieller bzw. wirtschaftlicher Schaden entstanden sei. Der schlechten Bewertungen des Unbekannten stünden außerdem 5 sehr gute Bewertungen entgegen, was nicht unbedingt auf einen ein Indiz für einen wirtschaftlichen Schaden sei.

 

Kritik an Arztbewertungsportalen wächst

Immer häufiger äußern sich Ärzte und Therapeuten negativ gegen die aufstrebende Zahl an Arztbewertungsportalen. Viele fürchten dabei um ihren guten Ruf und wollen Schmähkritik vermeiden. Um derartige Kommentare zu vermeiden haben die aktuellen Marktführer auf diesem Gebiet, das AOK-Portal „Arztnavi“ sowie der „Arztlotse“ des VDEK einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

 

 

Arztnavi-Registrierung nur mit Versichertenkarte

So erlaubt das Interportal „Arztnavi“ nur eine Registrierung über die eigene Versichertenkarte. So sollen Doppelanmeldungen vermieden werden. Nach der Registrierung wird der Account des Versicherten manuell geprüft und dann freigeschaltet. Auch Kommentare werden nicht blind freischaltet sondern erst nach kurzer redaktioneller Sichtung für die Allgemeinheit freigegeben.

 

Arztlotse erlaubt Meinungsabgabe ohne Registrierung

So weit reichen die Vorsichtsmaßnahmen des “Arztlotse“ Portals bisher nicht. Dort ist die Registrierung keine Pflicht, Bewertungen könnten also theoretisch auch doppelt und dreifach abgegeben werden. Zusätzlich können die Benutzer in einem kleinen Textfeld noch einen persönlichen Kommentar bzw. ihre eigene Meinung zu den Leistungen des Arztes/des Therapeuten abgeben. Allerdings werden auch hier, gab VDEK-Chef Thomas Ballast bekannt, alle Kommentare vor ihrer Freischaltung eine redaktionelle Prüfung durchlaufen, um zu Schmähkritik ausschließen zu können.

 

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