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PKV

Unisex-Tarife: PKV vor neuer Berechnung

3. März 2011

 Am 1. März 2011 entschied der Europäische Gerichtshof ( EuGH ), dass die in Deutschland geltenden unterschiedlichen Versicherungs- und PKV-Tarife für Männer und Frauen abgeschafft werden müssen. Dies widerspricht dem Grundsatz der Gleichbehandlung. Vor allem in Tarifen der privaten Krankenversicherung gab es deutliche Preisunterschiede bei gleichen Leistungen zwischen Mann und Frau. Aktuell verfügen aber noch keine Versicherungen über derartige Unisex-Tarife. Diese müssen erst versicherungsmathematisch kalkuliert werden.

PKV für Frauen im Vergleich zur PKV für Männer sehr teuer

Die Statistik zeigt, dass Frauen im Vergleich zu Männern mehr Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen und somit für die privaten Krankenkassen auch höhere Kosten verursachen. Auch die höhere statistische Lebenserwartung sorgt Vergleichen zufolge für Mehrausgaben in der PKV. Aus diesem Grund war es jahrelange Praxis, unterschiedliche Tarife für Männer und Frauen anzubieten. Die privaten Krankenversicherer sind daher jetzt aufgerufen, einheitliche PKV Tarife zu entwickeln, die dem Grundsatz der Gleichbehandlung entsprechen und somit transparente Kosten für Frauen und Männer beinhalten.

Private Krankenversicherungen berechnen neue Unisex-Tarife in der PKV

Die private Krankenversicherung reagierte umgehend auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes und kündigte an, neue privat Krankenversicherungstarife entwickeln zu wollen. Allerdings, so die Versicherungen, sei nicht ausgeschlossen, dass Beitragserhöhungen durchgeführt werden müssten, da die Risiken neu kalkuliert werden. Gern Benner als Sprecher der Debeka Versicherung sieht das Urteil jedoch eher gelassen, auch die Ergo Versicherungsgruppe sowie die DKV Krankenversicherung sehen keine grundsätzlichen Beitragserhöhungen der PKV gegeben. Wie sich die Berechnung der PKV Tarife jedoch im Einzelnen gestalten wird, bleibt abzuwarten. Erst Ende 2012 müssen die Versicherungen diese Unisex-Tarife anbieten, so dass ausreichend Zeit für deren Neukalkulation verbleibt.

PKV Beitragserhöhung trotz Unisex-Tarife nicht zwingend

Trotz des Urteils werden die privaten Krankenversicherer ihre Preise wohl nur gering erhöhen, da die Versicherten immer preissensibler werden und bei Beitragserhöhungen auch ihr außerordentliches Kündigungsrecht in Anspruch nehmen. Dieses Recht steht Versicherten im Fall einer Beitragserhöhung zu und ermöglicht so den kurzfristigen Wechsel der PKV zu einem alternativen Versicherer.

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