zum Inhalt

Private Krankenversicherung: CDU überdenkt Freigabe von Altersrückstellungen

Union möchte PKV Wechsel erleichtern

18. Oktober 2013

Stetoskop, Geld und Tablettenblister auf Tisch

Altersrückstellungen der PKV sollen für alle Versicherten freigegeben werden

Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU /CSU und der SPD gibt es scheinbar gute Neuigkeiten für Versicherte der privaten Krankenversicherung: Die Union kommt den Sozialdemokraten einen Schritt entgegen und erwägt, Privatpatienten den Wechsel ihres Versicherers deutlich zu erleichtern. Konkret geht es um die Freigabe der Altersrückstellungen. Aus Unionskreisen verlautet, dass den Versicherten einer PKV in Zukunft generell die Mitnahme ihrer Altersrückstellungen beim Versichererwechsel ermöglicht werden soll.

Freigabe würde verlustlosen PKV Wechsel ermöglichen

Die Freigabe der Altersrückstellungen wäre tatsächlich ein großer Schritt für Versicherte der privaten Krankenversicherung – zumindest für jene, die schon seit vielen Jahren privat versichert sind. Denn bisher war es nur Privatpatienten, die sich erst nach 2009 privat versichert hatten, möglich, beim Wechsel des Anbieters ihre bisher erwirtschafteten Altersrückstellungen auf den neuen Vertrag überschreiben zu lassen. Inhaber sogenannter „Altverträge“ verloren jedoch beim Anbieterwechsel ihre Altersrückstellungen. Die neue Initiative würde auch ihnen einen verlustlosen Wechsel ihres PKV Anbieters ermöglichen.

Entgegenkommen der Union überrascht

Das Besondere an dem Entgegenkommen der Union bezüglich der Altersrückstellungsmitnahme wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, mit welcher Verbissenheit die von der Union geführte Bundesregierung bisher geweigert hatte, Änderungen am momentanen Zustand verweigert hatte. Das Verbleiben der Altersrückstellungen beim ursprünglichen Versicherer galt darum bisher als eine Art goldene Regel in der Welt der PKV.

Altersrückstellungen wichtiger Bestandteil der PKV

Dabei sind gerade die PKV Altersrückstellungen ein für die Versicherten immanent wichtiger Bestandteil ihres Versicherungsvertrages. Denn die Altersrückstellungen sorgen dafür, dass die Beiträge von langjährig Versicherten nicht ins Unermessliche steigen, wenn diese ein gewisses Alter erreichen oder ihrem Versicherer besonders hohe Kosten verursachen. Wenn in Hinkunft tatsächlich alle Versicherten ihre Altersrückstellungen behalten könnten, würde dies den wechselwilligen Inhabern von Altverträgen also enorme Vorteile bescheren.

Bei Altverträgen lediglich Wechsel des PKV Tarifs möglich

Für Inhaber von Altverträgen ist momentan lediglich der Wechsel ihres PKV Tarifs möglich gewesen, wenn sie ihre Altersrückstellungen nicht verlieren möchten. Dies war und ist jedoch auch, je nach Versicherer, mit gewissen Schwierigkeiten verbunden. Denn die privaten Krankenversicherer haben natürlich wenig Interesse daran, dass ihre Versicherten in günstigere Tarife wechseln und somit niedrigere Beiträge zahlen. Wer in einen günstigeren Tarif beim selben Versicherer wechselt, muss jedoch auch in der Regel auf einige Leistungen verzichten.

Versichererwechsel „in Scharen“ wird wohl ausbleiben

So richtig und wichtig eine tatsächliche Umsetzung der Freigabepläne der Union auch ist, sie wird wohl kaum dazu führen, dass Privatpatienten „in Scharen“ ihren PKV Anbieter wechseln. Denn trotz dem möglichen Zugewinn an Freiheit birgt ein Wechsel der privaten Krankenversicherung auch immer ein gewisses Risiko: So muss bei einem Versichererwechsel, anders als beim Wechsel des PKV Tarifs beim angestammten Anbieter, auch immer eine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt werden.

Erneute Gesundheitsprüfung kann höhere Beiträge verursachen

Da die Inhaber von PKV Altverträgen jedoch in der Regel schon, man muss es offen sagen, älter sind als „Frisch Privatversicherte“, kann die erneute Gesundheitsprüfung für sie deutlich höhere Beiträge bei der neuen PKV verursachen, als sie noch beim vorherigen Anbieter aufbringen mussten. Das gesetzte Ziel, durch den Anbieterwechsel zu sparen, könnte sich also unter Umständen genau ins Gegenteil verkehren.

Wechsel des PKV Anbieters gut überlegen

Wie man sieht, sollte man sich den Wechsel seiner privaten Krankenversicherung also in jedem Fall gut überlegen, denn rasch kann man den scheinbaren Vorteil gegen einen dauerhaften Nachteil eintauschen. Wer dennoch einen Wechsel erwägt, sollte unbedingt genau vergleichen und neue Angebote genau unter die Lupe nehmen. Hierzu sind die Empfehlungen und Bewertungen aus dem Private Krankenversicherung Vergleich der Stiftung Warentest eine hilfreiche Entscheidungshilfe. Die aktuellen Testergebnisse aus dem Private Krankenversicherung Test 2013

Weitere Artikel aus dieser Kategorie