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Gesundheit

Überstunden: Mehrarbeit erhöht Risiko einer Depression

26. Januar 2012

Einer Studie zufolge laufen Menschen, die mehr als 11 Stunden am Tag mit Arbeit verbringen Gefahr, an einer schweren Depression zu erkranken. Wer täglich 3-4 Überstunden ableisten muss, setzt sich  nach Meinung der Forscher einem großen Risiko aus. Für die Studie wurden insgesamt 2000 britische Beamte befragt.

 

Höheres Depressions-Risiko durch Überstunden

Auf lange Zeit gesehen führen Überstunden bei Menschen zu einem wesentlich größeren Risiko einer Depression als es bei Menschen ohne Überstunden der Fall ist. Dies fanden nun Forscher des University College London heraus. Die Studie entstand dabei in Zusammenarbeit mit dem finnischen Institut für Arbeitsmedizin in Helsinki. Insgesamt wurden für die Langzeitstudie Daten von 1626 Männern und 497 Frauen gesammelt. Das durchschnittliche Alter der Testgruppe lag dabei bei 47 Jahren. Im Durchschnitt arbeiten nur 11 Prozent der Teilnehmer 11 Stunden und mehr am Tag. Um auszuschließen, dass nicht bereits vor der Studie psychische Beschwerden bestünden, wurde eine medizinische Untersuchung bei allen Teilnehmern durchgeführt. Während der Beobachtungsphase bekamen insgesamt 66 eine schwere Depression. Bei den Teilnehmern mit 7-8 täglichen Arbeitsstunden bekamen 38, bei den Teilnehmern mit 11-12 Stunden 10 eine schwere Depression.

 

Erhöhtes Risiko bereits bei unregelmäßigen Überstunden

Der Wahrscheinlichkeitsfaktor, dass auch andere Umstände Einfluss auf die psychische Situation des Studienteilnehmers nehmen konnten, wurde zum Schluss herausgerechnet. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Chance, an einer schweren Depression zu erkranken, bei regelmäßigen Überstunden deutlich höher liegt. Bereits bei gelegentlichen Überstunden soll sich laut Forschern ein erhöhtes Risiko abzeichnen. Eine wirkliche Erklärung für dieses Phänomen konnten die Forscher jedoch nicht nennen. Forscher fanden in anderen Studien heraus, dass durch Arbeits- oder Familienstress ein erhöhtes Aufkommen Stresshormonen im Blut zu finden ist.

 

 

Weitere Studie deckt höheres für Herzkranzgefäßleiden bei Überstunden auf

Jedoch lassen sich diese Zahlen nicht unbedingt auf alle Berufsgruppen ummünzen, erklärt einer der Forscher. Da die Arbeitsbedingungen in anderen Berufen teils deutlich besser, teils aber auch deutlich schlechter seien, bedarf es hier einer Reihe weiterer Forschungen und Studien, um ein verlässliches Ergebnis veröffentlichen zu können. Zudem sei häufig nicht ganz klar, ab welchem Zeitpunkt von Überstunden gesprochen werden könne. In einer weiteren Studie stellten andere Forscher ein erhöhtes Risiko für ein Herzkranzgefäßleiden fest, wenn mehr als 3-4 Überstunden täglich geleistet wurden.

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