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Gesundheit

Transplantationsgesetz: Bahr wirbt für Organspende

27. September 2011

Die Warteliste für Organe in Deutschland ist lang. Insgesamt knapp 12.000 warten aktuell auf ein Spenderorgan. Um mehr Menschen zu einer Organspende zu bewegen, will Gesundheitsminister Daniel Bahr die Organspende-Politik nun von Grund auf ändern. In Zukunft soll jeder Mensch aussagen, ob er grundsätzlich Organe spenden würde oder nicht. Dabei soll niemand zu einer Organspende gezwungen werden, es sollen lediglich mehr Menschen mit diesem Thema konfrontiert werden. Damit erhofft sich Bahr eine deutliche Steigerung der Spenderorgane. Eine entsprechende gesetzliche Regelung soll Anfang 2012 unter Dach und Fach gebracht werden.

 

Informationen zur Organspende

Das Konzept des Gesundheitsministers sieht es vor, die Menschen erst einmal über ihre Krankenversicherung mit dem Thema „Organspende“ zu konfrontieren. „Jeder sollte mindestens einmal im Leben mit dem Thema in Berührung geraten“, so Bahr. Zusätzlich soll jeder Mensch einen Organspendeausweis erhalten, auch wenn keine Spende-Bereitschaft vorliegt. Die entsprechende Entscheidung soll dann auf der Karte festgehalten werden.

 

Krankenkassen sollen Mitglieder informieren

Bahr warb auch bei den Krankenkassen um mehr Unterstützung. Sie sollen ihre Mitglieder offensiver über die lebensrettende Möglichkeit der Organspende informieren. Bahr schlug vor, beispielsweise bei der Antragsstellung eines Versicherten gleich ein Informationsblatt an den Versicherten mitzuschicken. Allerdings sollen die Versicherten nicht das Gefühl bekommen, zu einer Organspende gezwungen zu werden. „Hier geht es um ein sensibles Thema, welches nicht durch das Gefühl eines Zwangs geschädigt werden sollte“, so Bahr.

 

 

Nur etwa 8 Prozent der Organspendebedarfs sind gedeckt

Insgesamt warten in Deutschland rund 12.000 Patienten auf eine Organspende. Die Sterberate dieser Menschen liegt bei rund 25 Prozent, was verdeutlicht, wie wichtig hier der Faktor Zeit ist. Jedes Jahr sterben etwa 3000 der wartenden Patienten. Die Situation der Organspender ist, wie auch in den Jahren zuvor, unbefriedigend. Die Zahl der Organspenden stieg von 2011 bis 2010 um nur knapp 200 auf 1296 Personen. Das am häufigsten verpflanzte Spenderorgan ist laut der Deutschen Stiftung Organspende die Niere, dicht gefolgt von der Leber.

 

Auch PKV soll ihre Mitglieder informieren

Das Bundesgesundheitsministerium will in Zukunft außerdem Menschen sehr viel früher mit dieser Möglichkeit konfrontieren. So sollen bereits Versicherte ab 16 Jahren bei der Ausstellung ihrer elektronischen Gesundheitskarte über das Thema informiert sowie zu ihrer Einstellung dazu befragt werden. Da die privaten Krankenversicherungen nicht an der Ausgabe der neuen elektronischen Gesundkarte beteiligt sind, sollen sie ihre Versicherten auf anderem Wege über die Möglichkeit zu Organspende informieren.

 

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