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GKV

Studie: Beitragssatz zur GKV könnte auf 10,5 Prozent gesenkt werden

22. August 2011

Pläne zur Bürgerversicherung wurden in den letzten Tagen und Wochen schon zu Haufe diskutiert. Sie könnte womöglich die gesetzliche Krankenversicherung ablösen. Aktuell handelt es sich bei der Bürgerversicherung lediglich um ein mögliches Reformmodell, um die nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu sichern. Nun hat die Partei Die Linke eine Studie zur Bürgerversicherung vorgestellt, deren Berechnungen nach sich der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung auf rund 10,5 Prozent senken lasse. Allerdings müsste private Krankenvollversicherungen abgeschafft werden.

 

Vorteile der Bürgerversicherung

Aktuell hat die gesetzliche Krankenversicherung mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen. Immer wieder führen Parteien wie die Linke, die SPD oder die Grünen das Reformmodell der Bürgerversicherung als guten Lösungsvorschlag für die aktuellen Probleme an. Mit der aktuellen Studie der Linken sollen die Vorzüge der Bürgerversicherung noch einmal gestärkt werden. Sollte eine Senkung des Beitragssatzes um fast 30 Prozent aber wirklich der Realität angehören, so könnte die Bürgerversicherung einige Befürworter hinzugewinnen.

Der aktuelle Beitragssatz von 15,5 würde der Studie nach um gut 5 Prozent auf 10,5 Prozent abgesenkt werden können. Eine komplette Abschaffung der privaten Vollversicherung ist aber trotz dieser durchaus positiven Ansätze schwer denkbar. Lediglich private Krankenzusatzversicherungen sollen den Versicherten im Reformmodell der Linken noch erhalten bleiben. Neben einer Beitragssenkung könnten laut der Studie auch Praxisgebühr, Zusatzbeitrag sowie Zuzahlungen zu Medikamenten und Rezepten der Vergangenheit angehören.

 

Nachteile der Bürgerversicherung

Allerdings scheint es auch gravierende Nachteile zu geben. Angesparte Altersrückstellungen wurden im Reformmodell der Linken nicht berücksichtigt, ein Wegfallen dieser Rücklagen dürfte bei den betroffenen Versicherten nicht unbedingt auf Anklang treffen. Bisher wurde außerdem nur das Arbeitsentgelt zur Berechnung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung herangezogen. In der Studie der Linken wurden neben diesem auch Mieteinnahmen und Kapitaleinkünfte für Beitragsberechnung herangezogen. Alleine dadurch könnten einige Versicherte auf einen wesentlich höheren Beitrag als zuvor kommen.

 

 

Wegfallen der Beitragsbemessungsgrenze

Als wäre das noch nicht genug, könnte auch ein Wegfallen der Beitragsbemessungsgrenze die Beiträge einiger Versicherten in die Höhe schießen lassen. Versicherte mit hohem Einkommen müssten so deutlich höhere Beiträge zahlen, ihre Beiträge zur Bürgerversicherung wären nicht mehr gedeckelt.

 

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