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Gesundheit

Studie: Ärzte verzichten aus Kostengründen auf Behandlung

25. Mai 2011

 

In einer Studie des Allensbach-Instituts und des Finanzdienstleisters MLP kamen beide zu dem Ergebnis, das jeder 2. Arzt aus Kostengründen auf eine Behandlung verzichtet bzw. sie nur in abgespeckter Form durchführt. Auf internationaler Ebene schlossen die Deutschen besonders schlecht ab.

 

Jeder 3. Patient fühlt sich falsch behandelt

Oftmals ist es eh schwer, einen zeitnahen Termin beim Arzt zu bekommen, dann muss auch noch eine halbe Ewigkeit im Wartezimmer gewartet werden um dann meist ein kurzes Gespräch mit dem Arzt zu führen und man fragt sich, hat man gerade die bestmögliche Behandlung bekommen? In Deutschland hat laut Studie jeder dritte Patient den Eindruck, dass ihm bestimmte Behandlungen oder Medikamente aus Kostengründen verwehrt wurden.

 

Über 50 Prozent der Ärzte verzichten vorsetzlich auf Behandlungen

Bei den gesetzlich Versicherten hatten rund 38 Prozent der Patienten das Gefühl, bei der Behandlung eingeschränkt worden zu sein. Bei den Privatpatienten waren es hingegen nur 9 Prozent. Der erste Eindruck der Patienten wurde durch die Aussagen verschiedener Ärzte bestätigt. So gaben rund 55 Prozent der befragten Ärzte an, aus Kostengründen schon auf Behandlung und Medikationen verzichtet zu haben. Laut Studie passierte dies jedem zehnten Arzt häufiger. Vier von zehn Ärzten jedoch führen ihre Behandlungen korrekt durch und richten sich nicht nach den Kosten.

 

 

Zweitmeinungsverfahren

Viele der für die Studie Befragten haben Angst, im Krankheitsfall die nötigen Leistungen aus Kostengründen nicht verschrieben zu bekommen. Dies könnte ein weiterer Grund sein, weshalb immer mehr Versicherte in die private Krankenkasse wechseln. AOK-Versicherte können sich in bestimmten Fällen eine zweite Meinung von einem Experten-Arzt einholen. Sollte sich ein Patient also falsch behandelt fühlen, kann er versuchen, die Leistungen über das Zweitmeinungsverfahren zu bekommen.

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