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Test der Bausparkassen

Stiftung Warentest: wie gut sind Bausparkassen 2015 ?

12. Februar 2015

Stiftung Warentest: wie gut sind Bausparkassen?

Sind Bausparkassen sinnvoll zum Sparen?

In Ihrer Zeitschrift „Finanztest“ vom Februar 2015 hat die Stiftung Warentest kein gutes Urteil über Bausparkassen fällen können. Keiner der Anbieter, die getestet wurden, konnte wirklich überzeugen; vor allem Beratungsmängel sind an der Tagesordnung.

Beratung und Angebot zur Baufinanzierung

Die passende Finanzierung für den Kauf oder den Bau eines Eigenheimes zu finden, ist nicht gerade einfach. Doch hier hatten die Bausparkassen in der Vergangenheit einen guten Ruf. Dieser wird seit Längerem von enttäuschten Kunden ins Gegenteil verkehrt, und die neuesten Ergebnisse der Stiftung Warentest scheinen dies zu untermauern.

Die passende Beratung

Es gibt viele Varianten für die Baufinanzierung, die eine Bausparkasse anbieten kann, doch nicht jede ist für alle Kunden geeignet. Daher sollte eine Beratung auf fundiertem Wissen beruhen – woran es offensichtlich immer öfter mangelt. Die Testkunden bekamen Verträge angeboten, deren Auszahlung lange hinter dem genannten Termin liegt, zu teuer waren oder auch einfach umständlich gewesen sind. Fördermöglichkeiten wurden gar nicht genannt. So kommt es zu Verträgen, die den Kunden mehrere Tausend Euro zusätzlich kosten.

Keine Angebote waren „sehr gut“

Das begehrte Siegel „sehr gut“ konnte keine der 20 untersuchten Bausparkassen für sich beanspruchen. Ein „gut“ erhielten die LBS Baden-Würrtemberg, die Wüstenrot-Bausparkasse und die LBS Ost. Allerdings: die meisten der untersuchten Angebote mussten sich mit einem „mangelhaft“ zufrieden geben. 

Die Deutsche Bank Bausparkasse konnte als Einzige ein „sehr gut“ bei der Kundeninformation erzielen, fiel aber dennoch insgesamt durch. Im Jahr 13 hatte sie noch zu den besten Bausparkassen des Tests gehört. Ebenso abgeschlagen im letzten Drittel des Rankings liegen die LBS Rheinland-Pfalz, die LBS West und die Aachener Bausparkasse.

Kriterien im Bausparkassen Test 2015

Vier verschiedene Kriterien waren dem Bausparkassen Test zugrunde gelegt worden: Kundeninformation, Erfassung der Kundendaten, Begleitumstände und Qualität des Angebots. Letzteres wog am schwersten im Urteil. Unter die Begleitumstände vielen zum Beispiel die Terminvereinbarung, und unter die Erfassung der Kundendaten die Abfrage von Einkommen und Spar-Rate.

Kunden sollten sich auf das Beratungsgespräch vorbereiten!

Am besten besteht man während der Beratung auf einem detaillierten Spar-und Tilgungsplan! Und  anhand des Angebotes sollte geprüft werden, ob alle Wünsche berücksichtigt wurden, vor allem der Auszahlungstermin. Zudem müssen immer mehrere Angebote eingeholt werden, um vergleichen zu können.  Hier geht es schließlich nicht um Kleinigkeiten: der Unterschied in der Baufinanzierung kann eine Ersparnis von bis zu 50.000 Euro bringen.

Bausparverträge sind sinnvoll

Auch wenn das Ergebnis derzeit schlecht aussieht – Bausparverträge sind eine sinnvolle Form der Finanzierung des Eigenheims als private Altersvorsorge. Vor allem dann, wenn geplant ist, mittel-bis langfristig eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen. Denn damit kann sich der Bauherr gut gegen steigende Zinsen absichern.

Beste Baufinanzierer müssen nicht die Bausparkassen sein

Im Test der Baufinanzierer, den die Stiftung Warentest ebenfalls durchführte, kann derzeit von den überall günstigen Zinsen profitiert werden. Dabei reicht es nicht, Zinsen zu vergleichen. Auch die Zinsbindung ist ein Kriterium, welches zu verschiedenen Angeboten führt. So konnten zum Beispiel Enderlein und Hypothekendiscount bei der Zinsbindung mit 15 Jahren gut punkten, und die Interhyp mit der 10jährigen Zinsbindung, sowie die MKiB bei den Krediten mit 20jähriger Bindung an den aktuellen Zins.

Prinzipiell gilt: Je länger die Zinsbindung, um so teurer der Kredit. Doch bei den momentan günstigen Zinsen lohnt dies allemal. Egal, wo sich die Kunden für eine Immobilienfinanzierung entscheiden, ein Vergleich ist unabdingbar. Vor allem sollte man berücksichtigen, wie es nach der Zinsbindung weitergehen soll. Hierfür sind eventuell andere Sparprodukte eine gute Wahl, damit nach Ablauf der festen Zinsen ein Teil des Restkapitals abgelöst werden kann. Dazu lässt sich ebenfalls ein Bausparvertrag nutzen.