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PKV

Stiftung Warentest: Wechsel von private zur gesetzlichen Krankenversicherung

27. August 2012

Die Stiftung Warentest führte eine Online-Umfrage zur Privaten Krankenversicherung durch. An der Umfrage nahmen 2300 Personen teil. Bei der Umfrage stellte sich heraus, dass jeder Zweite seine Beiträge in der privaten Krankenversicherung als zu hoch empfindet, zwei Drittel der Teilnehmer befürchten sogar, dass sie zukünftig nicht mehr in der Lage sein würden, die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung zu bezahlen. Viele der Betroffenen wünschen sich daher eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Diese Rückkehr ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. In der September-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest werden zahlreiche hilfreiche Tipps für den Wechsel in die GKV.

 

Bis zum 55. Lebensjahr Wechsel PKV in GKV in aller Regel unkompliziert möglich

Bis zum 55. Lebensjahr ist ein Wechsel von der PKV in die gesetzliche Krankenversicherung noch am einfachsten möglich. Voraussetzung hierzu ist jedoch ein bestehendes Angestelltenverhältnis. Verdient ein Arbeitnehmer über einen Zeitraum von einem Jahr unterhalb der Versicherungspflichtgrenze von zurzeit 50850 Euro, so erfolgt eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei Personen, die vor dem Jahre 2003 bereits Mitglied der Privaten Krankenversicherung waren, wird ein niedrigerer Betrag zugrunde gelegt. Hier gelten 45900 Euro als Versicherungspflichtgrenze. Um die Versicherungspflichtgrenze unterschreiten zu können, ohne auf Gehalt verzichten zu müssen, empfiehlt sich eine Gehaltsumwandlung, beispielsweise durch den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge. Hierdurch lässt sich die anzurechnende Jahressumme um bis zu 4488 Euro drücken. Zudem besteht die Möglichkeit, die Versicherungspflichtgrenze durch die Ausübung einer Teilzeitbeschäftigung zu unterschreiten.

 

Hartz-IV-Empfänger nur bei vorherigem Bezug von ALG I gesetzlich versichert

Erfolgt eine Arbeitslosigkeit, so erfüllt der Bezieher von Arbeitslosengeld I in aller Regel erneut die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei Hartz IV-Bezug gilt dies jedoch nicht. Hier steuert die ARGE lediglich einen hälftigen Beitrag zur PKV bei. Ein Wechsel in die GKV ist bei direktem Abfall in Hartz IV nicht möglich, lediglich wenn zuvor ALG I bezogen wurde. Personen, die sich gänzlich von der Versicherungspflichtgrenze haben befreien lassen, können indes überhaupt nicht mehr zurück in die GKV. Studenten können zum Ende des Studiums wählen, ob sie weiterhin privat krankenversichert sein wollen oder wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln wollen.

Ab dem 55. Lebensjahr kaum Aussicht auf Wechsel in GKV

Ab dem 55. Lebensjahr ist ein Wechsel zurück in die GKV nur in Ausnahmefällen möglich. Als Grundlage gilt der Versicherungsstatus der letzten fünf Jahre. Gab es dabei einen Tag, der der GKV zuzurechnen ist, so ist ein Wechsel in die GKV auch dann noch möglich. Ansonsten geht dies nur, wenn eine Befreiung von der Versicherungspflicht für weniger als 2,5 Jahre vorlag. Bei Verheirateten oder Partnern in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft besteht zudem die Möglichkeit, bei einem Bezug von weniger als 375 Euro monatlich kostenfrei in der GKV des Partners mitversichert zu werden. Die setzt allerdings voraus, dass der Partner zuvor bereits Mitglied der GKV war. Selbstständige sowie Freiberufler können die PKV nur dann wechseln, wenn sie ihre Selbstständigkeit aufnehmen und wieder in ein Angestelltenverhältnis wechseln.

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