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PKV

PKV von der Steuer absetzen

6. März 2011

Seit dem 01. Januar 2010 gilt das sogenannte „Bürgerentlastungsgesetz“, auch „Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen“ genannt. Es dient der besseren steuerlichen Absetzbarkeit von Beiträgen zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung und wurde seinerzeit vom Bundesverfassungsgericht gefordert. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung werden dadurch bei der jährlichen Steuererklärung im Rahmen der Vorsorgeaufwände als Sonderausgabe in einem höheren Maß als zuvor berücksichtigt und können von der Steuer abgesetzt werden. Die Regelung gilt für die gesetzliche und private Krankenversicherung ohne Ausnahme.

 

Bürgerentlastungsgesetz: PKV Beiträge besser steuerlich geltend machen

Bis Ende 2009 waren die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung eher eingeschränkt als Vorsorgeaufwendungen im Rahmen der Sonderausgaben abzusetzen. Mit der Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes können alle Ausgaben berücksichtigt werden, die ein Leistungsniveau entsprechend der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflege-Pflichtversicherung garantieren.

 

„Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung“

Welcher Anteil der Beiträge dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht und damit steuerlich angesetzt werden kann, ist ebenfalls in einer gesetzlichen Verordnung mit dem Namen „Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung“ festgelegt. Privat Versicherte in der PKV erhalten jeweils zum Jahresanfang eine Bescheinigung ihrer Versicherung, welchen Beitrag sie im Rahmen der Einkommenssteuererklärung berücksichtigen dürfen und welcher Anteil über diesen Basisbeitrag hinaus geht.

 

PKV Leistungen nur auf Niveau der GKV von der Steuer absetzbar

Vorsicht ist geboten bei einigen vertraglichen Details in der privaten Krankenversicherung. So können Wahlleistungen wie die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer oder eine Chefarztbehandlung nicht steuerlich geltend gemacht werden, da sie über dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung liegen. Auch Beitragsrückerstattungen, die viele Versicherte bisher bei einem Verzicht auf Leistungen des Versicherers in Anspruch nehmen konnten, können sich nun nachteilig auswirken, da sie den steuerlich absetzbaren Beitrag mindern. Im Gegenzug können aber nicht nur die Beiträge des Steuerpflichtigen selbst, sondern auch diejenigen seines Ehegatten oder der Kinder abgesetzt werden. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind außerdem mögliche Zusatzbeiträge abzusetzen, die die Kassen von ihren Versicherten erheben können.

 

Maximal absetzbarer Krankenversicherungsbeitrag

Die steuerlich absetzbaren Beiträge sind in der Höhe begrenzt. So können Arbeitnehmer und Beihilfeberechtigte pro Jahr maximal 1.900 Euro angeben, Selbständige bis zu 2.800 Euro, da sie ihre Beiträge ohne einen Zuschuss des Arbeitgebers selbst zahlen. Für Verheiratete kommt der doppelte Betrag zum Ansatz. In den Beträgen sind allerdings weitere Vorsorgeaufwendungen für die Arbeitslosen-, Unfall- und Haftpflichtversicherung ebenfalls zu berücksichtigen. Darüber hinaus gehende Versicherungsprämien können nicht abgesetzt werden.

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