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Politik

Sterbehilfe und Patientenverfügung: ärztliche Berufsordnung auf dem Prüfstand

19. Februar 2011

Im Bezug auf die jetzt anstehende Neufassung der ärztlichen Berufsordnung spricht sich Jörg-Dietrich Hoppe als Präsident der Bundesärztekammer auch für die Aufnahme der Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung aus. In dieser Neuordnung soll klar festgelegt werden, dass die Mitwirkung eines Arztes bei der gewünschten Selbsttötung eines Patienten nicht zu den Aufgaben der Mediziner gehören. Vielmehr sollten sich die Ärzte nach wie vor an ihren Kodex halten, Menschen zu helfen und alles zu unternehmen, um eine adäquate Behandlung zu ermöglichen.

Patientenverfügung: Sterbehilfe nicht Aufgabe des Arztes

Die Neuordnung der Berufsordnung sei aufgrund verschiedener Ursachen notwendig geworden. Dies ist zum einen das Dritte Betreuungsrechtsänderungsgesetz, welches die Patientenverfügung regelt, zum anderen nimmt auch die Rechtssprechung des Bundesgerichtshofes Einfluss auf diese erforderliche Neuordnung. Die Ärzte müssten damit frei entscheiden können, ob es möglich ist, den Patienten weiter zu behandeln oder ob die Umstellung auf Palliativmedizin angezeigt ist. Nur der Wunsch des Patienten, die Umstellung vorzunehmen, könnte dabei nicht ausreichen. Die Aufgabe des Arztes sei es, den Patienten ausreichend zu untersuchen um so feststellen zu können, ob der Wunsch des Patienten ein Suizidwunsch ist. Die Ärzte könnten den Patienten dann aufzeigen, welche Möglichkeiten die Medizin dennoch bietet und wie die Behandlung künftig aussehen könnte.

Kritik der Deutschen Hospiz Stiftung

Kritik an den Aussagen von Hoppe äußerte allerdings die Deutsche Hospiz Stiftung. Sie sieht in diesen Regelungen die Abschaffung des ärztlichen Ethos, denn Patienten könnten so nicht mehr selbst entscheiden, ob sie sterben oder weiterleben wollen. Zudem seien keine klaren Leitlinien in der Neuordnung verfasst, sondern es wurde lediglich festgeschrieben, dass die Sterbehilfe keine ärztliche Aufgabe sei. Der Mediziner wird dabei in vielen Situationen allein gelassen und fühlt sich überfordert. Dies müsse kurzfristig geändert werden.

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