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Politik

Rösler will pflegende Angehörige mehr unterstützen

11. Februar 2011

Die private Pflege wird in Deutschland immer wichtiger, denn Pflegedienste und Pflegeheime können die in Zukunft wohl notwendigen Kapazitäten kaum aufbringen. Angehörige, die sich in der Pflege ihrer Familienmitglieder engagieren, sollen nun stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken, denn deren Arbeit wird vielfach kaum honoriert. Dennoch müssen sie täglich eine sehr schwere Arbeit verrichten, die künftig mehr Ankerkennung finden soll.

VdK Kampagne zur Pflegeversicherung

Um die heimische Pflege weiter in den Vordergrund zu rücken, hat der Sozialverband VdK am 09. Februar 2011 die Kampagne „Pflege geht jeden an“ gestartet. Im Rahmen dieses Kampagne-Starts teilte der VdK mit, dass in Deutschland mehr als vier Millionen Menschen privat gepflegt werden. Eine finanzielle Unterstützung seitens der Pflegekassen erhalten jedoch nur etwa 1,5 Millionen dieser Menschen. Vor allem alte Menschen, die an Demenz erkrankt sind, werden keiner Pflegestufe zugeordnet, so dass auch keine Zahlungen seitens der Pflegekassen zu erwarten sind. Die neue Kampagne soll nun dafür sorgen, dass alle Menschen finanzielle Unterstützung erhalten, die sich nicht unbedingt nach der jeweiligen Pflegestufe, sondern nach dem tatsächlichen Bedarf für die Pflege orientiert.

Finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige

Auch die Pflegenden selbst sollen laut Plänen des VdK unterstützt werden. Da sie während der Zeit der Pflege kaum einer beruflichen Tätigkeit nachgehen können, würden sie auch keinerlei Rentenbeiträge schaffen. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, der den Auftakt der Kampagne begleitet hat, setzt sich nun dafür ein, dass pflegende Angehörige finanziell unterstützt werden.

Pflegezusatzversicherung favorisiert

Konkrete Informationen, wie diese finanzielle Unterstützung aussehen soll, konnte Philipp Rösler aktuell jedoch noch nicht nennen. Hier sind vorerst Diskussionen über die Pflege selbst und den Wert dieser Pflege notwendig. Auch die Möglichkeiten der Pflegeversicherung müssten hier berücksichtigt werden. Er wies in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass die FDP die kapitalgedeckte Pflegeversicherung und den Aufbau einer privaten Pflegezusatzversicherung favorisiert. Dies lehnt die Vorsitzende des Sozialverbandes, Ulrike Mascher, jedoch ab, da hierdurch vor allem Geringverdiener stark belastet würden.

Verkürzung der Arbeitszeit zu Gunsten der Pflege soll gefördert werden

Mascher forderte zudem, dass die Pflegezeiten auch auf die gesetzliche Rentenversicherung angerechnet werden könnten und damit mit den Kindererziehungszeiten gleichgestellt wären. Dieser Vorschlag knüpft an den Vorschlag von Bundesfamilienministerin Schröder an, die ein kombiniertes Modell aus Arbeit und Pflege vorsieht. Pflegende sollten hierbei befristet auf zwei Jahre ihre Arbeitszeit um 50% reduzieren können, gleichzeitig aber ein Entgelt von 75% erhalten. Dieses Modell würde laut Mascher aber noch nicht weit genug reichen und müssen daher erweitert werden.

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