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Politik

Rösler für freiwillige Organspende

10. Februar 2011

In vielen Krankenhäusern warten Patienten oft eine sehr lange Zeit auf dringend notwendige Organspenden. Der Grund hierfür ist, dass sich zu wenige Menschen für eine Organspende entschieden haben und einen entsprechenden Ausweis bei sich tragen. Würden Umfragen zufolge mehr als 74% der Menschen Herz, Nieren oder Lungen nach ihrem Tod spenden, sieht die Realität gänzlich anders aus.

Broschüren für die freiwillige Organspende

Die Bundesregierung überlegt nun bereit seit einiger Zeit, wie das Thema der Organspende in die Öffentlichkeit gebracht wird. Plakate, die in vielen Großstädten zu sehen sind und den Slogan „Organspende rettet Leben“ tragen, sind offenbar nicht ausreichend. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler spricht sich dafür aus, die Bürger mit Hilfe von Broschüren aufzuklären. Diese Broschüren könnten dann in öffentlichen Ämtern und auch in Führerscheinstellen ausgelegt werden. Von einer generellen Pflicht zur Organspende wendet sich Rösler allerdings ab. Seiner Ansicht nach müsse die Entscheidung zur Organspende noch immer freiwillig getroffen werden.

Transplantationsbeauftragter im Krankenhaus?

Die Aussagen von Bundesgesundheitsminister Rösler werden von Union-Fraktionschef Volker Kauder unterstützt, der die Organspende ebenfalls als freiwillig einstuft. Um mehr Menschen zu einer Organspende zu bewegen und um die Entscheidung öffentlich zu machen, schlug Kauder vor, die Entscheidung zur Organspende mit der Ausstellung von Führerschein oder Personalausweis zu treffen. Diesen Vorschlag wies der Bundesgesundheitsminister allerdings zurück, denn dies würde die Menschen viel zu sehr unter Druck setzen und daher eher kontraproduktiv wirken. Ein weiterer Vorschlag Röslers war die Einführung eines Transplantationsbeauftragten in Krankenhäusern. Dieser soll auf die Betroffenen positiv einwirken und sie so von einer Organspende überzeugen.

Gesetzesentwurf zur Organspende erwartet

Um die Organspende in Deutschland gesetzlich zu regulieren, erwartet Rösler in den kommenden Monaten einen Gesetzentwurf hierzu. Dieses Gesetz soll nach den Erwartungen der Experten dann auch eine Entschädigungsleistung für die gesetzlichen Krankenkassen enthalten, um Ausfälle von Lebendspendern zu finanzieren. Schließlich soll nach den Aussagen Röslers niemand in Schwierigkeiten geraten, wenn er sich pro Organspende entscheidet.

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