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Politik

Reform der Pflegeversicherung betrifft auch Private Krankenversicherung

28. September 2012

Die vom Bundesrat gebilligte Pflegereform sieht auch eine Verbesserung für die rund 500000 Demenzkranken und deren pflegenden Angehörigen vor. Die Opposition, Gewerkschaften und Interessenverbände hielten das Gesetz jedoch für unzureichend. Allerdings fand der Antrag, den Vermittlungsausschuss anzurufen keine Mehrheit in der Länderkammer. Aus diesem Grunde wurde die Pflegereform beschlossen.

 

Pflegereform: Aufwertung für Demenzkranke

Demnach erhalten Menschen, die an Demenz leiden, zukünftig auch dann Pflegegeld und Sachleistungen, wenn diese bisher noch keiner Pflegestufe zugeordnet worden sind. Für die Pflegestufen I und II werden die Leistungen für Demenzkranke, die zu Hasue versorgt werden, erhöht. Damit Angehörige entlastet werden, soll das Pflegegeld weiter bezahlt werden. Dies ermöglicht es, den Angehörigen die Demenzkranken in eine Kurzzeitpflege zu geben. Zudem werden neue Wohnformen, wie die Alters-WG und andere gefördert. Zahnärzte und Ärzte sollen zudem zukünftig für Heim-Besuche einen Zuschlag erhalten und dadurch soll die Attraktivität für eine Versorgung durch den Hausarzt oder den Zahnarzt gesteigert werden.

 

Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung steigt um 0,1 Prozentpunkte an

Damit die Leistungen finanzierbar sind, soll der Beitragssatz der gesetzlichen Pflegeversicherung, der zu gleichen Anteilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern aufgewendet wird, um 0,1 Prozent angehoben werden. Weil jedoch gleichzeitig der Rentenbeitrag um etwa 0,6 Prozentpunkte abgesenkt wird, werden zumindest die Arbeitnehmer die Erhöhung nicht spüren.

 

Bundesrat billigte auch staatlich geförderte private Pflegevesricherung

Der Bundesrat billigte zudem, dass ab dem kommenden Jahr der Abschluss einer privaten Pflege-Zusatzversicherung mit fünf Euro monatlich seitens des Staates gefördert werden soll. Um in den Genuss der Förderung zu gelangen, muss ein Versicherter monatlich mindestens zehn Euro im Monat in einen privaten Pflegeversicherungsvertrag investieren. Für die private Pflegeversicherung stellt der Bund insgesamt einen Betrag von 100 Millionen Euro bereit.

PKV-Versicherer entwickeln bereits attraktive Produkte

Die privaten Krankenversicherer haben bereits im Vorfeld an Plänen zur Umsetzung attraktiver Produkte für die private Pflegeversicherung gearbeitet. Bereits jetzt bieten die privaten Krankenversicherer privat finanzierte Pflegeversicherungen an. Diese sind jedoch nicht staatlich gefördert. Kritiker des neuen Gesetzes zur privaten Pflegeversicherung sehen die ausbezahlten Summen der geförderten Pflegeversicherung als zu gering an. Aus diesem Grunde präferieren diese die nicht geförderten Verträge, also die bereits jetzt am Markt etablierten privaten Pflegeversicherungen.

Es bleibt allerdings abzuwarten, wie sich die geförderten Pflegeversicherungsprodukte der Versicherer am Ende präsentieren. Einige Versicherte hatten bereits im Vorfeld angekündigt, trotz der Vorgaben des Staates attraktive Produkte für ihre Kunden zu entwickeln. Allerdings bleibt fraglich, ob die geförderten Pflegeversicherungen am Ende nicht in Konkurrenz zu den eigenen, ungeförderten Produkten stehen werden. Deshalb blickt nicht nur die Bundesregierung mit Spannung auf die privaten Krankenversicherer, sondern auch die Versicherer selbst.

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