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Politik

Reform der Pflegeversicherung: ausländische Pfleger gefragt

26. April 2011

2011 ist das „Jahr der Pflege“ – das zumindest kündigte der Bundesgesundheitsminister noch Ende 2010 an als Diskussionen um eine Reform der Pflegeversicherung aufkamen. Nun werden erstmals Eckpunkte der Reform bekannt. So sollen zukünftig ausländische Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten auch in Privathaushalten beschäftigt werden können.

 

Pflegesystem in Österreich als Vorbild

In dieser Woche berichten bereits diverse Medien von der Forderung der CDU/CSU-Fraktion, die sich offensichtlich an dem österreichischen Pflegesystem orientiert. Danach müssen die betroffenen Familien eine Summe von rund 1.000 Euro die die jeweilige Pflegekraft aufbringen. Die Pflegekasse dagegen trägt die Sozialversicherung.

 

In jedem Fall ist die ambulante Pflege der stationären vorzuziehen, sofern möglich. Ausländische Pflegekräfte wiederum sind preiswerter als ausgebildete Pflegedienste oder eine Unterbringung im Pflegeheim, argumentiert die CDU/CSU. Viele Familien sind durch die Kosten für den Pflegedienst finanziell extrem belastet, eine Pflegekraft aus Osteuropa allerdings sei wesentlich günstiger. So lauten erste Schätzungen, dass es schon heute in Deutschland rund 100.000 Pflegekräfte aus nicht-europäischen Ländern gibt.

 

 

Demenzkranke in Pflegereform berücksichtigt

Die Pflegereform sieht allerdings noch einen weiteren Ansatzpunkt für Änderungen. Viele der daheim gepflegten sind Demenzkranke. Ihre Pflegebedürftigkeit wird nur nach der körperlichen Beeinträchtigung beurteilt, nicht aber nach dem Grad der Selbständigkeit. Auch hier sieht die Bundesregierung den Bedarf zur Nachbesserung.
Versicherte dürfen also gespannt sein, wie sich die nächste, wohl bald anstehende Reform im Gesundheits- und Pflegewesen gestalten wird – und welche Auswirkungen sie für die Beitragszahler mit sich bringt.

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