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BU-Versicherung

Psychische Erkrankungen nehmen zu

11. April 2014

Psychische Erkrankungen steigen an

Psychische Erkrankungen steigen an

Die psychischen Erkrankungen nehmen zu. Das stellen nicht nur Ärzte und Betroffene fest, sondern auch die Versicherungswirtschaft. Denn sowohl in den gesetzlichen als auch in den privaten Versicherungen häufen sich die Fälle, in denen aufgrund solcher Erkrankungen Leistungen erbracht werden müssen.

Statistik beweist

Das Analysehaus Morgen & Morgen stellt in einer aktuellen Studie fest, dass die psychischen und nervlichen Erkrankungen in hohem Maße zunehmen. Mit rund einem Drittel sind sie der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit. Das bekommen die Versicherer zu spüren. Vor allem im vergangenen Jahr war der Anstieg eklatant hoch.

Fast jeder 3. BU Fall

Fast jeder 3. Fall einer BU geht auf solche Erkrankungen zurück; jeder 4. auf Krankheiten von Skelett-und Bewegungsapparat. Die dritthäufigste Ursache ist Krebs. Erst an 10. Stelle kommen Unfälle und den Rang 13 belegen Herz- und Gefäßerkrankungen.

Entwicklung gibt Aufschluss

Schaut man sich die Entwicklung der letzten Jahre an, zeigt sich deutlich, dass eine kontinuierliche Zunahme bei den Nervenkrankheiten und den psychischen Ausfällen erfolgt ist. Im Jahr 2008 nahmen diese Erkrankungen ein knappes Viertel in Anspruch, jetzt sind es schon über 31 %. Bei den Herz- und Gefäßkrankheiten kann ein Rückgang beobachtet werden, wenn es um die Verantwortlichkeit für Berufsunfähigkeit geht.

Nicht nur die private Versicherungswirtschaft …

… auch die gesetzlichen Versicherungen spüren diesen Trend deutlich. Der Anteil der psychischen Erkrankungen bei den Erwerbsunfähigkeitsrenten lag bei über 40 %. Erst dann folgen, und zwar mit erheblichem Abstand, Skelett-und Muskel-Erkrankungen, Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen.

Auch die gesetzliche Frühverrentung ist betroffen

Die Bundeskammer der Psychotherapeuten hat festgestellt, dass bei den Frühverrentungen in der gesetzlichen Rentenversicherung zwischen den Jahren 2001 und 12 eine starke Zunahme zu verzeichnen ist. Die Zahlen sind alarmierend. Bei Depressionen gab es einen Anstieg binnen der rund 10 Jahre von 96 %, bei den Verhaltens-und Persönlichkeitsstörungen von 74 % und bei Suchterkrankungen von rund der Hälfte.

Psychischer Erkrankungen – eine Folge unserer Lebensweise?

Was läuft falsch in unserer Gesellschaft, wenn immer mehr Menschen unter Druck und Leistungskampf zusammenbrechen? Es scheint ein Phänomen der Luxusgesellschaft zu sein, doch wie fühlt sich das für die Betroffenen an? Nicht selten haben sie eine lange Odyssee bei Ärzten hinter sich, die Heilung ist ungewiss und Familie und Freunde reagieren mit Unverständnis.

Tausende Neuverrentungen

Allein im Jahr 12 bezogen rund 75.000 Versicherte erstmals eine solche Rente aus den genannten Gründen. Im Durchschnitt sind diese Menschen 49 Jahre alt, also eigentlich in der Blüte ihres Lebens. Die Erwerbsunfähigkeitsrenten betragen im Durchschnitt rund 600 Euro. Damit ist klar, welche finanziellen Probleme die Familien stemmen müssen.

Psychische Erkrankungen führen zu Erwerbsunfähigkeit und Armut

Wie der Präsident der Psychotherapeutenkammer ausführte, fehlt es an Behandlungsplätzen und geeigneten Reha-Maßnahmen, um die Menschen wieder in ein „normales“ (Berufs-)Leben zurückzubringen. Die Folge ist die Rente. Bereits diese Zunahme von Krankschreibungen aufgrund solcher Erkrankungen zeigt, dass an den Ursachen mehr getan werden müsste.

Fehltage immer öfter aufgrund psychischer Erkrankungen

Denn schon bei der Analyse von Krankschreibungen und Fehltagen fällt auf: die Gründe dafür sind immer öfter psychischer Natur. Der Anteil der AU-Tage hat sich in den letzten rund 10 Jahren verdoppelt. Rund 14 % der Fehltage haben eine solche Ursache. Denn diese Krankschreibungen dauern meist länger an, als aufgrund körperlicher Krankheiten.

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