zum Inhalt

PKV

Private Pflegeversicherung mit großem Potential

11. Juni 2012

Alexander Schrehard, Geschäftsführer, der Consilium Beratungsgesellschaft für betriebliche Altersversorgung mbH sprach, auf einem Presse-Roundtable von Swiff Life davon, dass der Markt für die private Pflegeversicherung in Deutschland riesig sei, weil die bisherige Durchdringung des Marktes bei nur zwei Prozent liegen würde. Dennoch würden, so Schrehard, weiter viele private Krankenversicherer und Versicherungsvermittler das Thema Pflegeversicherung nur sehr zögerlich anfassen.

Verbraucher: Von sich aus kein Interesse an Pflegeversicherungsprodukten

Erschwerend komme hinzu, dass die potenziellen Kunden von sich aus nicht nach dieser Art von Produkten fragen würden. Aufgrund der demografischen Entwicklung und die nur auf ein Mindestmaß an Leistung beschränkte gesetzliche Pflegeversicherung, bietet sich für die privaten Pflegeversicherungen grundsätzlich ein gutes Marktsegment. Zudem stellt die demografische Entwicklung und die dadurch zukünftig weiter abzusenkenden Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung grundsätzlich ein wichtiges und nachvollziehbares Argument für den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung dar.

Alexander Schrehard: Wissenschaftler bieten Hauptverkaufsargument

Besonders im Hinblick auf die von Wissenschaftlern prognostizierten zukünftigen Zahlen von Demenzkranken stellt sich die Bedeutung einer privaten Pflegeversicherung in einem anderen Licht dar. Grundsätzlich besteht also für die private Pflegeversicherung ein breites Marktsegment, welches jedoch nicht ausreichend durch die PKV-Versicherer bedient wird. Schrehard sprach in diesem Zusammenhang davon, dass allein die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die darauf aufbauenden Bedarfszahlen für die private Pflegeversicherung ein wichtiges Hauptverkaufsargument sein sollte.

Private Pflegeversicherer: Sich selbst die Verkaufsargumente weggenommen

Dennoch gibt Alexander Schrehard in dem Gespräch durchaus zu, dass viele Versicherer durch die Art der Gestaltung des „Kleingedruckten“, welche beispielsweise Leistungskürzungen im Falle häuslicher Pflege vorsehen durchaus die Attraktivität der privaten Pflegeversicherungen schmälern würden. Gerade die Kürzungen im Bereich der häuslichen Pflege sind im Rahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung häufig an der Tagesordnung. Hier bietet sich für die privaten Krankenversicherer geradezu ein Hauptverkaufsargument an. Dieses wird jedoch durch das Einschwenken auf den Kürzungskurs der gesetzlichen Pflegeversicherung gleichsam wieder zunichtegemacht.

Private Pflegeversicherung: Nachvollziehbare Tarife bieten Kundennutzen

Stattdessen könnte die private Pflegeversicherung als Argument herhalten, wenn es darum geht, beispielsweise Umbauten im Hause aufgrund von körperlichen oder geistigen Einschränkungen durch eine private Absicherung refinanzieren zu lassen. Schrehard sieht es zudem als schwierig an, wenn die privaten Versicherungsunternehmen Versicherungstarife beispielsweise explizit für den Pflegekostenschutz, das Pflegetagegeld oder eine Pflegerente anbieten. Besser wäre hier aus Sicht der Anbieter ein einfaches Tarifsystem, um die Pflegeversicherungsprodukte nachvollziehbar und damit auch mit einem für den Kunden selbst nachvollziehbaren Kundennutzen auszustatten. Der private Pflegeversicherungsmarkt bietet somit ein großes Wachstumspotenzial und kann zugleich dazu dienen, die private Krankenversicherung mit der Pflegeversicherung so zu kombinieren, dass auch die PKV wieder an Attraktivität gewinnt.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie