zum Inhalt

PKV

Private Krankenversicherung: Reform nötig

14. August 2012

Obwohl das Neukundengeschäft der Privaten Krankenversicherer (PKV) insgesamt ansteigt, verlieren gerade die großen der Branche zunehmend Mitglieder im Bereich der Vollkrankenversicherung. Allein von den fünf größten PKV-Unternehmen mussten drei Versicherer mit rückläufigen Zahlen zurechtkommen. Neben der Central, der Allianz und der DKV gab es noch weitere PKV-Unternehmen, die rückläufige Versichertenzahlen zu verbuchen hatten. Diese Daten gehen aus der aktuellen „dfg-Liste der deutschen privaten Krankenversicherungen“ hervor.

 

DKV und Allianz Krankenversicherung schwächeln

In der Privaten Krankenversicherung muss zum Beispiel die Central Krankenversicherung, ein Tochterunternehmen des Generali-Konzerns im Jahr 2011 mit rückläufigen Versichertenzahlen zurechtkommen. Ebenso trifft es die DKV sowie die Allianz. Trotz eines generellen Überschusses, was die Versichertenzahlen betrifft, zählen die größten PKV-Versicherer zu den Verlierern der Branche. Insgesamt wechselten im Jahre 2011 mehr Versicherte in die PKV als durch Tod oder Wechsel in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verloren gingen.

 

dfg-Liste: Debeka und AXA konnten punkten

Von den großen Versicherern konnten die Debeka und die AXA im Gegensatz zur Central, Allianz und DKV im Segment der Vollkrankenversicherten deutlich zulegen. Die Central Krankenversicherung musste einen Rückgang um 2,96 Prozent oder in Zahlen ausgedrückt, 14622 Versicherte weniger hinnehmen. Auch die DKV verlor deutlich an Versicherten. Hier betrug der Rückgang rund 11000. Auch die Allianz verlor rund 11000 Versicherte.

 

Ende der besten Zeiten für die Central Krankenversicherung?

Die dfg prognostiziert der Generali Tochter Central bereits das Ende der besten Zeiten. Dies gelte insbesondere in Anbetracht der letzten Beitragserhöhung der Central PKV zum 1. Januar 2012. Demnach dürfte bei der Central auch zukünftig der Rückgang an Vollkrankenversicherten anhalten, so die dfg in ihrer Einschätzung. Erwartet wird zudem, dass zahlreiche Versicherer auch zum 1. Januar 2013 ihre Beiträge zu zahlreichen Tarifen erneut anheben werden. Zahlreiche PKV-Versicherer hatten die Tarife teilweise um zweistellige Prozentbereiche angehoben. In dem aktuellen dfg-Ranking zählen neben der Debeka die HanseMerkur sowie die AXA zu den Gewinnern.

HanseMerkur Krankenversicherung setzt weiter auf Billigtarife

Bemerkenswert ist das Ergebnis der HanseMerkur Krankenversicherung. Diese setzt nämlich weiterhin auf die besonders günstigen Einsteigertarife. Gerade diese stehen aber bei zahlreichen Verbraucherschutzverbänden als Lockangebot mit anschließender teurer Beitragserhöhung in der Kritik. Die Verbraucherzentralen beklagen zudem bei vielen PKV-Tarifen einen Leistungsstandard, der weit unterhalb dem der GKV angesiedelt ist. Die Verbraucherschützer setzen sich deshalb für Mindeststandards in der PKV ein. Viele Verbraucher seien nach Ansicht der Verbraucherzentralen nicht in der Lage die Tarifdefizite zu erkennen.

 

PKV muss reformfähig sein, um zu überleben

Inwieweit die PKV reformfähig ist, hängt nicht zuletzt von der Innovationsfähigkeit der Mitglieder des PKV-Spitzenverbandes ab. Sollte die PKV insgesamt nicht in der Lage sein, die Kritik an der Tarifpolitik ernst zu nehmen und sollten zum 1. Januar 32013 erneut hohe Beitragserhöhungen drohen, dürfte das Image der zweiten Säule des deutschen Gesundheitssystems für immer irreparabel beschädigt sein. Die Einführung einer Bürgerversicherung wäre dann nicht nur unvermeidlich, sondern letztlich die Folge einer verfehlten Verbandspolitik der PKV selbst. Insofern hat die PKV ihre Zukunft (noch) in der eigenen Hand.

Weitere Artikel aus dieser Kategorie