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GKV

Private Krankenversicherung im Wandel

15. Juni 2012

Auch wenn es bisher noch nicht klar ist, ob das jetzige duale System, bestehend aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung auch weiterhin bestehen wird, so sind sich zumindest viele Experten jedoch sicher, dass ein Fortbestand der PKV außer Frage steht. Nach Expertenansicht dürften sich PKV und GKV in Zukunft weiter aneinander annähern und vielerlei Hinsicht zunehmend zusammenarbeiten.

 

Duales System verändert sich

Nach Expertenmeinung wird die private Krankenversicherung auch noch im Jahre 2020 bestehen, dann allerdings in einer deutlich veränderten Form. Dieser Meinung stimmten die meisten Teilnehmer der Podiumsdiskussion um das Fortbestehen der privaten Krankenversicherung zu.  Professor Johann-Matthias Graf von der Schulenburg gab zu Wort, dass er mit einer Annäherung der gesetzlichen Krankenversicherung an die private Krankenversicherung und umgekehrt rechne. Beide Systeme werden sich Eigenschaften des jeweils anderen Systems abgucken und umsetzen, so Graf. Mit grundlegenden Veränderungen, beispielsweise in Form einer Bürgerversicherung, welche dann eine einheitliche Krankenversicherung für jedermann darstellen würde, rechnen nur die wenigsten.

 

Experten rechnen mit schleichendem Abgang

Die Experten sind sich jedoch sicher, dass das derzeitige duale System in seiner derzeitigen zweigeteilten Form nicht mehr ewig existieren dürfte. Mit einem sofortigen Abschied rechnet jedoch keiner, vielmehr ist von einem schleichenden Abgang die Rede. Der Vorgang ist bereits jetzt zu bemerken, immer kleiner werden die Unterschiede zwischen GKV und PKV. So nutzt die PKV beispielsweise vermehrt die Möglichkeit der Arzneimittelrabatte, während die GKV im Bereich der Tarife immer mehr in Richtung privater Leistungen drängt. Auch viele Versicherer besitzen mittlerweile die Einsicht, dass sich etwas verändern muss, wenn das derzeitige System in seiner jetzigen Form weiter bestehen soll. Allerdings sei hier in vielen Hinsichten auch die Mithilfe des Gesetzgebers gefordert, so der Direktor des PKV-Verbandes, Volker Leienbach.

 

 

PKV ohne Steuerungsinstrument

Jedoch sind sich einige Experten sicher, dass die Vollversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung bereits hätte vor langer Zeit eingeäschert werden können, würde die private Krankenversicherung hier nicht als Benchmark dienen. Nach Ansicht von Birgit Bender, der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen, besitzt die private Krankenversicherung jedoch keinerlei Existenzberechtigung. Zwar würden Versicherte der PKV eine gute gesundheitliche Versorgung erhalten, allerdings besäße die PKV keinerlei Steuerungsinstrumente und trage keinen wirklich großen Teil zum Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei.

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