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PKV

Private Krankenversicherung: im Alter Beiträge sparen

5. Juli 2012

Viele ältere Privat Versicherte (PKV) fürchten im Alter die steigenden Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht mehr bezahlen zu können. Oft wird seitens der Betroffenen ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) angestrebt. Dass jedoch die Private Krankenversicherung ähnliche Sparmöglichkeiten im Alter bietet, wie die GKV, ist kaum bekannt.

 

Wie eine Studie der KVpro.de GmbH aus Freiburg feststellt, sollten Versicherte der PKV im Alter nicht vorschnell in die GKV wechseln, sofern dies überhaupt möglich ist. Der Analyst aus Freiburg hat bei insgesamt zwanzig privaten Krankenversicherungen die im Alter aufzubringenden Beiträge abgefragt. Bei allen Versicherten zeigte sich, dass ein Wechsel im Alter aus Beitragsgründen zurück in die GKV nicht notwendig sei.

KVpro.de GmbH: Wechsel in GKV stellt vielfach eine Schlechterstellung dar

KVpro.de warnt sogar davor, dass ein Wechsel in die GKV eine Schlechterstellung darstellen würde, als wenn der Versicherte innerhalb der PKV wechseln würde. Das Fazit des Analysehauses lautet denn auch, dass kein Versicherter 1000 Euro oder mehr für eine gute PKV ausgeben müsse. Die Autoren der Studie halten in vielen Fällen den sogenannten Standardtarif für die bessere Wahlmöglichkeit innerhalb der PKV. Der Tarif entspricht in etwa dem Niveau der GKV. In der Regel können Versicherte der PKV nur bis zum 55. Lebensjahr in die gesetzliche Krankenversicherung zurückwechseln. Eine Beitragsstabilität jenseits dieser Altersgrenze gilt also als unbedingt erstrebenswert. In den Standardtarif können all jene Versicherten der PKV wechseln, die bereits vor dem 01. Januar 2009 in der PKV versichert waren.

Standardtarif der PKV: Gebührenfalle inbegriffen

Der Standardtarif birgt jedoch auch eine Falle. Behandelt der Arzt den Versicherten nicht nach dem Tarif des 1,8fachen Gebührensatzes, würden die Versicherten auf Zusatzkosten sitzen bleiben. Daher ist vor der Behandlung dem Arzt diese Abrechnungsmodalität anzuzeigen, um vor unliebsamen Überraschungen gefeit zu sein. Auch die Verbraucherzentralen weisen auf die „Falle“ des Standardtarifs hin. In der Studie der KVpro.de GmbH zeigt sich zudem, dass in der Regel Kunden über 65 Jahren bereits seit zehn Jahren oder länger privat versichert sind.

 

An der Studie nahmen die Allianz, die Alte Oldenburger, die AXA, Barmenia, BK/Union, Concordia, DKV, Debeka, Hallesche, Gothaer, Inter, HanseMerkur, LVM, LKH, Nürnberger, Münchener Verein, RV, UniVersa und die SDK teil. Auffällig war, dass insbesondere Versicherer, bei denen teilweise zuletzt die Beiträge überproportional anstiegen, nicht an der Studie teilnahmen. So nahmen die ARAG, Continentale, Central, Signal, Deutscher Ring, HUK Coburg,DEVK, PAX, VGH, Mannheimer und die Württembergische nicht an der Studie teil.

PKV-Kunden: Garantiertes Tarifwechselrecht nach § 204 VVG

Die Studie fragte anonymisierte Daten existierender Kunden, die 65 Jahre oder älter sind ab und mit 29, 39, oder 49 Jahren in die Private Krankenversicherung eingetreten sind. Die Versicherungsdauer sollte daher mindestens 16, 26 beziehungsweise 36 Jahre betragen. Das aktuelle Versicherungsniveau sollte laut Studienvorgabe höherwertig sein.

 

Die Studie warnt ähnlich wie die Verbraucherschützer, vor einem übereilten Wechsel in den Standardtarif. So sei die Beitragsersparnis umso höher, je höher die bisher gebildeten Altersrückstellungen sind. Je höherwertig der Tarif, umso höher ist die bisher gebildete Altersrückstellung. Daraus resultiert jedoch im Alter eine höhere Beitragsersparnis. Die Kunden der PKV haben nach § 204 VVG ein gesetzlich garantiertes Recht zum Tarifwechsel, insofern besteht für die Kunden auch bei einem anvisierten Tarifwechsel die Garantie, dass dieser auch durchgeführt wird.

Ab 2013: Private Krankenversicherung muss Alternativtarife vorschlagen

Wie der Geschäftsführer der Kvpro.de GmbH, Gerd Güssler mitteilt, erhalten die Versicherten der PKV zukünftig ein weiteres Argument für einen Verbleib in der PKV, denn die PKV-Unternehmen müssen zukünftig nach & 6 (2) VVGInfo V ab dem kommenden Jahr dem Kunden einen günstigeren Tarif vorschlagen. Dabei sei die Beratung hinsichtlich der Kosten des Standardtarifs sowie eines möglichen Alternativtarifs inbegriffen. Durch diese Maßnahme wird die PKV gezwungen, kundenfreundlicher zu werden

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