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PKV

Private Krankenversicherung: Einkommen und Entgeltgrenzen

28. Februar 2011

Die Einkommensgrenze in der privaten Krankenversicherung ( PKV ) wird auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) oder jährliches Bruttoarbeitsentgelt bezeichnet. Sie gibt das jährliche Bruttoarbeitsentgelt an, bis zu dem ein Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert ist. Bei einem jährlichen Bruttoarbeitsentgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze hat der Arbeitnehmer die Wahl, sich freiwilligen Krankenversicherung gesetzlich zu versichern oder in die private Krankenversicherung zu wechseln – in jedem Fall fällt er nicht mehr unter die Pflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Während die Jahresarbeitsentgeltgrenze im Jahr 2010 noch bei 49.950 Euro lag, beträgt sie in 2011 nur noch 49.500 Euro. Mit dieser Absenkung wird der Kreis derjenigen Arbeitnehmer erweitert, die grundsätzlich für die private Krankenversicherung in Frage kommen.

Wegfall der Drei-Jahres-Frist und Wechsel in die PKV

Diese Anpassung der Jahresarbeitsentgeltgrenze bzw. der Versicherungspflichtgrenze erfolgte im Zuge einer Gesundheitsreform zum 01. Januar 2011, die noch eine weitere Neuerung zum Inhalt hatte. Bisher galt, dass die Jahresarbeitsentgeltgrenze in drei aufeinanderfolgenden Jahren überschritten sein musste und dass sie auch zukünftig übertroffen werden wird, um aus der Versicherungspflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung zu fallen. Seit dem 01. Januar 2011 gilt, dass die Jahresarbeitsentgeltgrenze nur noch einmalig überschritten sein muss, um den Versicherten zum Ausstieg aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu berechtigen und den Wechsel in die private Krankenversicherung zu ermöglichen. Auch mit dieser Neuerung wird der Kreis derjenigen Arbeitnehmer, für die eine private Krankenversicherung in Frage kommt, noch einmal erweitert.

Besondere Versicherungspflichtgrenze bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze

Für diejenigen, die bereits am 02. Februar 2007 in der privaten Krankenversicherung vollversichert waren, gilt allerdings eine besondere Versicherungspflichtgrenze. Für diese Versicherten kommt eine Besitzstandwahrung zur Anwendung, die auf einer geringeren Jahresarbeitsentgeltgrenze beruht. Mit der Einführung dieser besonderen Versicherungspflichtgrenze sollte verhindert werden, dass im Zuge der starken Anhebung der Versicherungspflichtgrenze zum Jahreswechsel 2002/2003 viele der bis dahin privat versicherten Arbeitnehmer wieder in die Versicherungspflicht zurück fielen. Für diese Versicherten liegt die JAEG im Jahr 2011 bei 44.550 Euro, während sie in 2010 noch bei 45.000 Euro lag.

Berechnung der Entgeltgrenzen

Welche Bestandteile des jährlichen Entgelts in die Berechnung des Jahresarbeitsentgelts eingehen, ist genau festgelegt. Hierzu zählen das Arbeitsentgelt, sowie vermögenswirksame Leistungen, Sonderzahlungen aus Weihnachts- oder Urlaubsgeld sowie die Auszahlung von Zulagen. Nicht berücksichtigt werden bei der Berechnung des jährlichen Arbeitsentgelts Beiträge für abgeschlossene Direktversicherungen, jegliche Zuschläge, die auf dem Familienstand beruhen, ein vom Arbeitgeber gezahlter Ersatz für Fahrtkosten und die Auszahlung von Überstunden.

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