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PKV

Private Krankenversicherung: besser als ihr Ruf!

22. August 2012

In der breiten Öffentlichkeit genießt die Private Krankenversicherung (PKV) derzeit nicht das beste Ansehen. Trotz aller Kritik an der PKV hat diese aber gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung einige deutliche Vorteile. Die PKV sollte daher um den Bestand kämpfen und nicht defensiv handeln, fordern einige Experten. In der öffentlichen Wahrnehmung gerät die Private Krankenversicherung immer mehr in die Defensive. Vieles ist durch eine falsche Öffentlichkeitsarbeit selbst verschuldet, andere Punkte beruhen auf der politischen Grundsatzdebatte einer Bürgerversicherung und liegen insofern auf ideologischem Gebiet begründet.

 

Debatte um PKV Wechsel brachte PKV in die Defensive

Zu Beginn des Jahres sorgten die zahlreichen Wechsler von der PKV zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für Schlagzeilen. Der Vorwurf damals, die Wechsler seien allesamt unzufrieden mit der PKV. Was jedoch der Öffentlichkeit verschwiegen wurde, ist die Tatsache, dass viele Jugendliche, die erwerbtätig werden, per Gesetz dazu verpflichtet sind die Private Krankenversicherung zu verlassen, da diese nunmehr selbst versichert werden müssen. Demnach dürfte ein großer Prozentsatz der „Wechsler“ allein schon dadurch bedingt gewesen sein, vermuten Experten.

Ebenfalls wurden viele ehemals Selbstständige durch einen Wechsel in ein Angestelltenverhältnis verpflichtet, in der GKV versichert zu werden. Insofern dürfte der Prozentsatz der wirklich Unzufriedenen weitaus geringer sein, als es in der öffentlichen Meinung kundgetan wurde. Hier ist der PKV allerdings der Vorwurf zu machen, dass diese eben nicht explizit auf diese Details hingewiesen hat, sondern in einem großen Rundumschlag quasi die Private Krankenversicherung an sich verteidigt hat. Eine detaillierte Aufschlüsselung hätte hier zu einer Versachlichung der Debatte beigetragen.

 

PKV Beitragserhöhungen als Argument der Kritiker

Ein weiterer Kritikpunkt an der PKV im Vergleich zur GKV sind die stetig steigenden Beiträge. So sind die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung in den letzten zwölf Jahren um durchschnittlich vier Prozent angestiegen. In der Öffentlichkeit werden indes Beitragssteigerungen von bis zu 60 Prozent angeprangert. Dass dies nicht die Mehrheit der privat Versicherten betrifft, wird dabei geflissentlich vermieden, zu erwähnen. Auch in der Beitragsdebatte verteidigt sich die PKV eher defensiv und geht dabei in der Medienlandschaft geradezu unter. Ein weiterer Vorwurf an die PKV ist das teilweise geringe Leistungsniveau. Demnach soll dieses oftmals sogar niedriger als in der GKV sein. Hier ist zu erwähnen, dass jeder Versicherter in der PKV sein Versorgungsniveau selbst bestimmen und mit der privaten Krankenversicherung individuell vereinbaren kann.

Zerrbild der PKV in den Medien

Derweil bleiben den Verbrauchern Bilder einer gierigen nach Abschlüssen trachtenden Versicherungsbranche in Erinnerung. Der Verantwortung den Versicherten gegenüber scheint die Branche angesichts derartiger medienwirksam aufbereiteter Berichte demnach nicht gerecht zu werden. Allerdings sind Dokumentationen wie der Niedergang der MEG offenbar ein Beleg dafür, inwieweit die PKV nach Geld und wie wenig offenbar nach Service und Kundenzufriedenheit trachtet. Doch auch hier wird ein Zerrbild der PKV vermittelt. So arbeitet beispielsweise die Debeka als einer der größten PKV-Versicherer auch in der öffentlichen Meinung nahezu reibungsfrei. Die Kundezufriedenheit mit dem Unternehmen ist ein Beleg dafür, dass die These der unseriösen PKV so nicht stimmt. Zudem hat die Politik auf die hohen Vermittlerprovisionen durch eine Deckelung der Maklerprovisionen reagiert.

 

Vorteil der privaten Krankenversicherung im Vergleich zur GKV

Der Vorteil der PKV liegt derweil auf der Hand. Jeder Versicherte sorgt für den eigenen persönlichen Versicherungs- und Krankheitsverlauf vor. Der Bürgergesellschaft werden so im Optimalfall keine Kosten aufgebürdet. Dafür sollen die Altersrückstellungen sorgen. So hat die GKV Reserven von 20 Milliarden angehäuft, bei rund 70 Millionen Versicherten. Die Private Krankenversicherung indes hat rund 9 Millionen voll krankenversicherte Kunden und weist einen Posten von 158 Milliarden an Altersrückstellungen auf. Die kapitalgedeckte Krankenvollversicherung ist also besser als ihr Ruf, allerdings sollte die PKV sich einer Werbeagentur bedienen und eine Imagekampagne starten. Dann kann sich das Gerede über eine Bürgerversicherung auch noch vor der nächsten Bundestagswahl legen.

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