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PKV

Private Krankenversicherung: bei Zahlungsschwierigkeiten zu beachten

21. August 2012

Viele Selbstständige und Freiberufler schließen eine Private Krankenversicherung ab, im Falle einer Auftragsflaute oder im Falle der Betriebsinsolvenz lassen sich die Beiträge oftmals nicht mehr in vollem Umfang bezahlen, der Versicherungsschutz erlischt, oder wird reduziert. Viele der Betroffenen bezahlen im Falle von Arztbesuchen die Rechnung dann aus eigener Tasche. Bei guter Gesundheit lässt sich dieses Prinzip auch durchhalten, was aber ist, wenn die Gesundheit nachlässt und die Arztbesuche häufiger werden? Wie lässt sich der Verlust des Versicherungsschutzes in der Privaten Krankenversicherung (PKV) verhindern, was sollten die Betroffenen beachten?

 

Bei Nichtzahlen der PKV Beiträge droht Verlust des Versicherungsschutzes

Viele der Betroffenen, die als sogenannte Selbstzahler beim Arzt eingestuft werden, wollen sich bei ansteigenden Arztrechnungen und häufiger medizinischer Versorgung vielfach wieder Privat Krankenversichern. Die Private Krankenversicherung lehnt in diesen Fällen eine erneute Aufnahme jedoch zumeist ab. Im Jahre 2011 waren etwa 137000 Personen in Deutschland trotz Versicherungspflicht nicht krankenversichert. Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist dies ein Anteil von 0,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik. Von den Betroffenen seien Selbstständige und Erwerbslose etwa viermal so häufig von einem fehlenden Krankenversicherungsverhältnis betroffen wie die Gesamtbevölkerung.

 

Gesundheitsreform reduzierte Zahl der Nichtversicherten um 30 Prozent

Seit dem Jahre 2007 ist der Anteil der Nichtversicherten jedoch um 30 Prozent zurückgegangen. Der Grund ist die Gesundheitsreform gewesen, die die Private Krankenversicherung dazu verpflichtete einen Basistarif anzubieten. Dieser bietet in etwa das Versicherungsniveau wie die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) an. Der Basistarif darf nicht teurer sein als der Höchstbeitrag bei der Gesetzlichen Krankenversicherung. Im Jahr 2012 ist dies ein Betrag von 593 Euro monatlich. Etwa 9300 Personen, die zuvor keine Versicherung hatten, haben nun einen Basistarif oder einen anderen Tarif in der PKV gewählt und somit einen Krankenversicherungsschutz erworben.

GKV muss ehemalige PKV-Versicherte nicht aufnehmen

Die Gründe für die 137000 Personen ohne Krankenversicherung liegen neben Obdachlosigkeit zum Teil auch darin begründet, dass viele Selbstständige und Freiberufler, die ehemals in der PKV versichert waren, nach dem Rauswurf wegen Nichtzahlung der Beiträge von der GKV nicht aufgenommen werden müssen. Die GKV darf niemanden wegen seines Gesundheitszustandes ablehnen, wohl aber Personen, die zuvor in der PKV versichert waren. Wer seinen Versicherungsschutz zu verlieren droht, der hat jedoch mehrere Möglichkeiten um dies zu verhindern.

 

Bei Zahlungsrückstand schnell das Gespräch mit der Krankenversicherung suchen

Zunächst einmal sollte umgehend nach einer ersten Mahnung seitens der PKV der Kontakt zu dieser gesucht werden. Im persönlichen Gespräch lässt sich entweder eine Stundung vereinbaren oder es lässt sich der Tarif ruhend stellen. Das bedeutet, die Private Krankenversicherung zahlt nur in absoluten Notfällen wie Klinikaufenthalt nach Unfall oder bei Geburt eines Kindes. Zukünftig ist für diese Fälle ein sogenannter Nichtzahlertarif geplant, der etwa 150 Euro monatlich kosten soll.

Der Vorteil dieser Lösung liegt auf der Hand. Der normale Arztbesuch muss zwar selbst bezahlt werden, auch die Medikamente in der Apotheke, in absoluten, zum Teil lebensbedrohlichen Notfällen besteht jedoch Versicherungsschutz. Zudem lässt sich bei einer Besserung der persönlichen Lage durch Ratenzahlungsvereinbarungen plus Zahlungen des aktuellen Normaltarifs auch eine Wiederherstellung des normalen Versicherungsstatus erreichen. Das Wichtigste ist jedoch sich frühzeitig an die jeweilige PKV zu wenden, damit eine Lösung für beide Seiten gefunden werden kann.

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