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PKV

Private Krankenversicherung 2011

22. Februar 2011

Zum 01. Januar 2011 wurde zum wiederholten Mal eine Gesundheitsreform eingeführt. Eine Vielzahl von Maßnahmen haben in den letzten Jahren regelmäßig für Veränderungen im deutschen Gesundheitswesen und sowohl in der gesetzlichen Krankenkasse ( GKV ) als auch in der privaten Krankenversicherung ( PKV ) gesorgt, manche waren kaum nachvollziehbar, manche eher widersprüchlich, andere wurden schnell wieder rückgängig gemacht. Private Krankenversicherung 2011 – was ist neu?

 

PKV Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze 2011

Zum 01. Januar 2011 wurden wieder einmal die Beitragsbemessungsgrenze und die Versicherungspflichtgrenze angepasst. Diesmal gab es eine Korrektur nach unten, das heißt, die jeweiligen Einkommensgrenzen wurden reduziert. So lag die Beitragsbemessungsgrenz im Jahr 2010 noch bei 3.750 Euro pro Monat, seit Januar 2011 dagegen beträgt sie 3.712,50 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze gibt an, bis zu welchen monatlichen Bruttoarbeitsentgelt in der gesetzlichen Krankenversicherung Beiträge erhoben werden. Das Entgelt, das über die Beitragsbemessungsgrenze hinaus geht, bleibt beitragsfrei.

 

PKV Jahresarbeitsentgeltgrenze 2011 und Wechsel in die private Krankenversicherung

Die Versicherungspflichtgrenze oder auch Jahresarbeitsentgeltgrenze dagegen gibt an, ab welchem Bruttoarbeitsentgelt ein Arbeitnehmer nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist, sondern sich wahlweise freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern kann. Im Jahr 2010 lag die Versicherungspflichtgrenze bei einem jährlichen Bruttoarbeitsentgelt von 49.950 Euro, was einem monatlichen Entgelt von 4.162,50 Euro entspricht. In 2011 wurde die Versicherungspflichtgrenze dagegen auf ein jährliches Entgelt von 49.500 Euro und ein monatliches Einkommen von 4.125 Euro gesenkt. Die besondere Versicherungspflichtgrenze für diejenigen, die schon vor 2002 in der privaten Krankenversicherung vollversichert waren, lag in 2010 bei 45.000 Euro jährlich und 3.750 Euro monatlich, in 2011 dagegen bei 44.550 Euro pro Jahr und bei 3.712,50 Euro pro Monat.

 

 

Beitragssatz Krankenversicherung 2011

Im Vergleich dazu haben sich die einheitlichen Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung von 14,9 Prozent auf 15,5 Prozent erhöht. Während der Arbeitgeber in 2010 einen Anteil ( Arbeitgeberanteil ) von sieben Prozent zu tragen hatte, beläuft er sich in 2011 auf 7,3 Prozent. Der Arbeitnehmer wurde dagegen in 2010 mit einem Anteil ( Arbeitnehmeranteil ) in Höhe von 7,9 Prozent belastet und hat in 2011 8,2 Prozent zu tragen.

 

Wartezeit und Wechsel in die private Krankenversicherung 2011

Eine weitere Neuerung war der Wegfall der dreijährigen Frist in der PKV. Bisher musste ein Arbeitnehmer, der aus der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung wechseln wollte, in drei aufeinander folgenden Jahren ein Bruttoarbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze nachweisen, und auch die Prognose für die Zukunft musste entsprechend sein. Mit der Gesundheitsreform ist ein Wechsel in die PKV schon nach dem einmaligen Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze möglich. Damit ergibt sich aus der Gesundheitsreform von 2010 eine Stärkung der privaten Krankenkassen, die damit ein höheres Potenzial an Versicherten erschließen können.

 

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