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PKV

Privat Versicherte fühlen sich gesünder – sind sie es auch?

25. Februar 2014

Privatversicherte sind gesünder

Privatversicherte sind gesünder

Gesetzlich Versicherte fühlen sich oft zurückgesetzt gegenüber den privat Versicherten. Diese erhalten die wirksameren Therapien, bekommen schneller Termine beim Facharzt und werden auch sonst bevorzugt. Das kann ärgerlich sein, sollte aber im Ergebnis nicht dazu führen, dass die Versicherten in der gesetzlichen Krankkasse öfter oder ernster erkranken als die privat Versicherten.

Studie sollte Aufschluss geben – fühlen sich privat Versicherte wohler?

Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller hat eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnis erstaunt: privat Versicherte sind seltener krank und sie fühlen sich auch fitter und gesünder. Woran kann das liegen? Das Marktforschungsinstitut Nielsen führte die Befragung durch und musste feststellen, dass sich weit über die Hälfte der privat Versicherten – nämlich 61% –  im Großen und Ganzen wohl fühlten.

Gesetzlich Versicherten geht es schlechter

Weniger als die Hälfte (rund 49 %) der Befragten, die gesetzlich versichert sind, konnte sich ebenso positiv zum eigenen Wohlbefinden äußern. Dieses Empfinden äußert sich auch in den Krankheitstagen: Während die gesetzlich Versicherten innerhalb des letzten Quartals vor der Befragung rund 5 Tage ausfielen, waren es bei den privat Versicherten nur anderthalb Tage.

Ändern Zusatzversicherungen etwas am Allgemeinbefinden?

Außerdem wurde noch einmal zwischen den Kunden der gesetzlichen Krankenkasse unterschieden, die Zusatzversicherungen besitzen oder nicht. Wer privat zusätzlich versichert ist, tendiert in vielen Aussagen mehr in Richtung der privat Versicherten.

Experten sind über dieses Ergebnis wenig verwundert

Der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Florian Lanz, wundert sich über dieses Befragungsergebnis nicht. Er sieht einen Zusammenhang zu anderen Auswertungen, die bereits zum Thema Krankschreibungen bekannt sind. Darin zeigt sich, dass die Berufsgruppen, die wenig verdienen und körperlich schwer arbeiten, öfter krank geschrieben sind und dies auch für längere Zeit. Gerade diese Berufsgruppen haben wenig Chancen, sich privat zu versichern. Das bestätigt den Zusammenhang zwischen geringem Einkommen und längerer Krankheit.

Wirtschaftliche Sicherheit führt zu Wohlbefinden

Noch ein anderer Grund führt zu mehr Wohlbefinden: mit höherem Einkommen und damit der Möglichkeit, sich privat zu versichern, steigt die wirtschaftliche Sicherheit und damit auch das Allgemeinbefinden. Ein höherer Lebensstandard, wie er durch größeres Einkommen möglich ist, führt zudem zu mehr Wohlbefinden, und dies nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich. Etwa Wellnessanwendungen und häufigerer Urlaub sind Gründe dafür.

Führt die private Krankenversicherung also tatsächlich zu besserem Befinden?

Ob allerdings die private Krankenversicherung zu besserer Gesundheit verhilft, kann auch mit den Ergebnissen der Studie nicht eindeutig belegt werden. Jedoch bleibt zu vermerken, dass es Vorteile bringt, privat versichert zu sein, und daher der Wechsel von der Gesetzlichen zur Privatkrankenkasse von Vielen angestrebt wird. Nicht zuletzt gilt als vorteilhaft, dass viele alternative Heilmethoden von den privaten Kassen anerkannt, aber von den gesetzlichen abgelehnt werden. Der erheblich schnellere Termin beim Facharzt ist da „nur“ noch das Tüpfelchen auf dem „i“.

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