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Politik

Praxisgebühr: Kontaktpauschale von 5 Euro in Planung?

13. Dezember 2011

Die Praxisgebühr ist immer wieder ein Streitthema in der Politik und sorgt auch bei der Bevölkerung für Ärgernisse. Aktuell wird bei jedem ersten Arztbesuch im Quartal eine Gebühr von 10 Euro fällig. Diese ist bei einem Zahnarzttermin sowie einer Behandlung in einer Notfallpraxis noch einmal zu entrichten. Der aktuelle Koalitionsvertrag der CDU könnte nun jedoch eine Wende mit sich bringen. Dieser sieht eine Ersetzung des aktuellen Modells durch eine feste Praxisgebühr von je 5 Euro pro Arztbesucht vor. Gesetzlich Versicherte könnte im kommenden Jahr als eine Reform der Praxisgebühr ins Haus stehen.

 

Praxisgebühr ohne jegliche Steuerungsfunktion

Ursprünglich sollte mit der Praxisgebühr das Arztbesuch-Verhalten der deutschen Bürger beeinflusst werden. Im Schnitt ging 2003 jeder Mensch rund 18 Mal im Jahr zu einem Arzt. Um diese hohe Zahl einzudämmen, wurde dann 2004 die Praxisgebühr von 10 Euro / Quartal eingeführt. Lars Lindemann, Gesundheitspolitiker der FDP gab jedoch nun zu Wort, dass die Praxisgebühr keinerlei steuernde Wirkung auf die deutsche Bevölkerung habe. Die Zahl der Arztbesuche sei in den letzten Jahren in etwa stabil geblieben. Vielmehr müsse man eine andere Lösung für dieses Problem finden. Die aktuelle Lösung verursache einen sehr hohen bürokratischen Aufwand, so Johannes Singhammer (FDP). Zwar stünden diese Ausgaben auch Einnahmen von rund 2,6 Milliarden Euro entgegen, jedoch sei es aufgrund der guten finanziellen Lage der Krankenkassen gut möglich, komplett oder zumindest auf einen Teil der Praxisgebühr zu verzichten.

 

 

BÄK-Präsident spricht sich gegen Praxisgebühr aus

Viele Ärzte sprachen sich jedoch für einen Beibehalt der Praxisgebühr aus. Ein Arzt aus Kiel schlug eine Beteiligung des Versicherten an den Behandlungskosten vor, allerdings mit einer Deckelung von max. 10 Euro. Auch Bundesärztekammer-Präsident Dr. Franck Ulrich Montgomery sprach sich für eine Abschaffung der Praxisgebühr aus. Sie verursache höhere Kosten als dass sie Einnahmen generiere, so Montgomery. Eine Pauschale pro Arztbesuch hält Montgomery jedoch auch nicht für sinnvoll. Diese Art der Praxisgebühr würde für einen noch größeren Bürokratie-Aufwand sorgen, als dies bereits jetzt schon der Fall ist. In einem Interview mit der „Ärzte-Zeitung“ dementiert der gesundheitspolitische Sprecher der FDP, Heinz Lanfermann, jedoch die Berichte über eine geplante Kontaktpauschale der FDP. Auch Gesundheitsminister Daniel Bahr gab an, dass das Gesundheitsministerium nichts mit derartigen Plänen zu tun habe.

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