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PKV

PKV: Zahlreiche Beitragserhöhungen für 2012 erwartet

9. November 2011

Nachdem die Anpassung der Gebührenordnung für Zahnärzte schon für leicht höhere Kosten bei den Versicherten sorgen dürfte, dürfte auch die Beitragsanpassung zum Ende des Jahres dafür sorgen, dass Versicherte künftig tiefen in die Tasche greifen müssen. So werden auch 2012 viele private Krankenversicherer wieder zum Jahresbeginn die Prämien ihrer Tarife der aktuellen Marktentwicklung anpassen. In Einzelfällen sind Beitragserhöhungen von bis zu 30 Prozent zu erwarten. In einem solchen Fall haben Versicherte verschiedene Möglichkeiten.

 

Überalterung in zahlreichen Tarifen

Die Gründe für die Beitragsanpassungen sind vielfältig. Neben der medizinischen Entwicklung verursachen auch neue Medikamente und Behandlungsmethoden immer höhere Kosten. Zusätzlich kommt es in geschlossenen Tarifen häufig zu einer Überalterung, da junge Versicherte aus den Tarifen wechseln, jedoch keine neuen Versicherten nachkommen. Die durch die älteren Versicherten verursachten Kosten müssen dann vom Tarifkollektiv aufgefangen werden und zeigen sich dann in Form einer Beitragserhöhung. Vor einer Beitragsanpassung werden die Versicherten per Schreiben ihrer Krankenversicherung darüber informiert. Bei vielen Krankenversicherern wird es aufgrund der bevorstehenden Einführung der Unisex-Tarife nicht zu einer Beitragserhöhung kommen. Einige Tarife sind allerdings so überaltert, dass eine Anpassung der Beiträge unausweichlich ist. Normalerweise bewegen sich die normalen Beitragsanpassungen im Bereich von 4-5 Prozent, in extremen Einzelfällen kann es jedoch zu einer Erhöhung von bis zu 30 Prozent kommen.

 

Tarifwechsel innerhalb der Krankenkasse

Kommt es zu einer Beitragserhöhung, so haben Versicherte verschiedene Möglichkeiten, dieser aus dem Weg zu gehen. Zum einen bietet sich Ihnen die Möglichkeit der des Tarifwechsels. Was viele Versicherte nicht wissen, jeder Versicherte hat das Recht auf einen Wechsel in einen gleichwertigen Tarif, auch wenn dieser günstiger ist. Da Krankenversicherer dies jedoch nicht unbedingt freiwillig preisgeben, müssen Versicherte dies häufig selbst in Erfahrung bringen. Einen gleichwertigen Tarif zu finden, ist häufig schwierig. Daher ist dem Versicherer gesetzlich die Möglichkeit gegeben, die Leistungen des neuen Tarifs auf das Niveau des vorherigen Tarifs zu reduzieren. Empfehlenswert ist diese Möglichkeit besonders dann, wenn die Krankenversicherung bereits seit einigen Jahren besteht. So gehen bei einem Tarifwechsel keine der angesparten Altersrückstellungen verloren.

 

 

Wechsel des privaten Krankenversicherers

Eine weitere Möglichkeit, einer Beitragserhöhung zu entgehen, bietet der PKV-Wechsel. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass bei allen Versicherten, die vor 2009 in die PKV eingetreten sind, die Altersrückstellungen bei einem Wechsel verloren gehen. Zudem wird bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung fällig, sodass hier u.U. Zusatzkosten auftreten können. Daher sollte diese Möglichkeit nur im äußersten Notfall in Betracht gezogen werden.

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