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PKV

PKV Wechsel: Privatversicherer am Scheideweg

12. April 2011

PKV: Wofür entscheiden sich Neukunden 2011?

Wie verarbeiten die Betreiber der privaten Krankenversicherungen die derzeitige Stimmung potenzieller Neukunden? Auf der einen Seite ist ein Drittel der Versicherten unzufrieden mit der PKV und die SPD macht mit ihrer Bürgerversicherung die PKV nicht unbedingt attraktiver. Nichtsdestotrotz erwarten die privaten Krankenversicherungen durch verstärkten Wechsel von Angestellten einen kräftigen Zuwachs für 2011 – vielleicht die magische10-Millionen-Marke?

 

Existieren so viele PKV-Neukunden?

Aktuelle Statistiken lassen erkennen, dass tatsächlich etwa 4,5 Millionen freiwillig gesetzlich Krankenversicherte in die Gruppe der potenziellen Wechsler gehören. Ein weiterer Anreiz besteht noch dazu darin, dass die schwarz-gelbe Regierung erst zum Jahreswechsel die Wartezeit von drei auf ein Jahr herabgesetzt und damit den Wechsel in die private Krankenversicherung erleichtert hat.

 

Alle, die 2010 ein Bruttoeinkommen oberhalb der JAEG (Jahresarbeitsentgeltgrenze) von 49.950 EUR erhalten haben, wären theoretisch potenzielle Neukunden für die PKV. Die Unschlüssigkeit der möglichen Wechsler wächst allerdings durch die Idee der Bürgerversicherung und TNS Infratest-Umfrage. Auch da es keinen PKV Tarif für eine Familienversicherung gibt, sehen einige Personen in der GKV die deutlich günstigere Versicherung für den Krankheitsfall.

Einfluss der Beiträge auf die Entwicklung

Die Leistungen sind zwar durch Tarifbedingungen garantiert und Einstiegsbeiträge liegen bei jungen und gesunden Neukunden meist unter den Prämien der GKV, die Entwicklung der Beiträge steht aber auf wackligen Beinen. Unisex-Tarife in der PKV und Änderungen der GOZ und GOÄ dürfte die Beiträge deutlich steigen lassen.

 

Man kann davon ausgehen, dass diese Faktoren zu einer Verdopplung der Beiträge in den nächsten zehn Jahren führen. Unterm Strich wirken etliche Faktoren dem Ziel der Branche entgegen, 2011 das Neukundengeschäft anzukurbeln. Inwiefern sich Wechselwillige davon tatsächlich anhalten lassen, bliebt abzuwarten.

 

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