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PKV

PKV: Vertragsabschluss für Schwangere oft schwer

26. April 2011

 

 

 

Schwangere haben es oftmals schwer, einen PKV-Vertrag abzuschließen, so berichtete der Deutschlandfunk. Viele Versicherer Fragen im Antragsformular direkt nach einer bestehenden Schwangerschaft. Ob sie damit nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) der Versicherungen verstoßen, ist fraglich.

Nicht im Einklang mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz

Im AGG steht geschrieben, das „Kosten im Zusammenhand mit Schwangerschaft und Mutterschaft auf keinen Fall zu unterschiedlichen Leistungen führen dürfen“.  Prinzipiell wäre die Frage nach der Schwangerschaft also überflüssig, da sie eh keinen Einfluss auf den Tarif haben darf. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) sieht die Frage ebenfalls kritisch. Der Versicherungsexperte der VZVB, Lars Gatschke, sagte im Deutschlandfunk-Interview: „Nach unserer Auffassung ist eine solche Frage nicht im Einklang stehend mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, weil sich nach unserer Auffassung diese Frage nicht auf die reinen Kosten der Schwangerschaft bezieht, sondern auch auf die Frage des Vertragsabschlusses.

Vertragsabschluss nach dem dritten Monat schwierig

Sollte die Frage von der Antragstellerin unbeantwortet bleiben, so kann dies böse Folgen haben. Viele Versicherungen lehnten in einem Test schwangere Frauen ab dem dritten Monat ab. Begründet wurde dies häufig mit den hohen Kosten für die Entbindung sowie den anschließenden Kosten, welche mit der Anschlussversicherung für das Kind entstehen würden.  Hatte die Antragstellerin bereits eine Fehlgeburt, so verlangten manche Versicherungen sogar einen Risikozuschlag. Dies ist allerdings rechtswidrig. Fehlgeburten sowie Vorerkrankungen die während der Schwangerschaft auftreten wie Schwangerschaftsdepressionen oder Diabetes sind kein Grund, einem Vertrag nicht zuzustimmen. Häufig wird schwangeren Frauen aber auch einfach nur ein höherer Beitragssatz von 10 Prozent und höher auferlegt, welcher dann ein ganzes Leben bezahlt werden müsse. Im Einklang mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz steht dies sicherlich nicht.

Experten raten zu einem PKV-Wechsel vor einer Schwangerschaft

Experten raten dazu, noch vor einer eventuellen Schwangerschaft in die private Krankenversicherung zu wechseln.  Außerdem ist es bei einer Schwangerschaft ratsam, einen anonymen Antrag bei verschiedenen PKVs zustellen, da Antrags-Ablehnungen bei anderen Krankenkassen mit angegeben werden müssen, was eine Aufnahme nicht unbedingt einfacher macht.

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