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PKV

PKV: Versicherte sorgen sich verstärkt um Privatsphäre

3. Mai 2012

Es scheint so, als hätten immer mehr Versicherte Angst davor, dass der Versicherer einen zu tiefen Einblick in die eigene Patientenakte erhält. Der PKV-Ombudsmann erklärte in einem Bericht, dass viele Verbraucher vermehrt nachfragen, inwieweit die Versicherer Einsicht in die Patientenakten erhalten bzw. erhalten können.

 

Strengere Leistungsprüfungen

Im Tätigkeitsbericht des PKV-Ombudsmann für 2011 heißt es, die steigende Nachfrage der Versicherten sei darauf zurückzuführen, dass die Versicherungsunternehmen angewiesen sein, bei Leistungen genauer nachzufragen und Prüfungen durchzuführen. Viele Versicherte fragten dabei verstärkt nach der Einsichtnahme in die Patientenakte sowie die Entbindung von der Schweigepflicht. Das steigende Bewusstsein über die privaten Daten aus Patientenakte und Co. lassen sich auch sehr gut an den steigenden Beschwerden über nicht genehmigte Leistungen nachvollziehen, die aufgrund von fehlenden ärztlichen Auskünften abgelehnt wurden.

 

Einsicht in Patientenakte gefällt vielen Versicherten nicht

Viele Versicherte fühlen sich regelrecht „nackt“ gegenüber ihrem Krankenversicherer, wenn dieser Einsicht in die private Patientenakte erhält. Dabei gilt es in vielen Fällen zu klären, ob die Einsicht in die Daten nicht unter Umständen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt. Dies muss jedoch in jedem Fall einzeln geprüft werden, erklärt der Ombudsmann.  Dabei muss unterschieden werden, ob es sich bei der Überprüfung vermehrt um einen Eingriff in die Privatsphäre des Versicherten handelt oder ob der Versicherer nur im Interesse seiner Leistungspflicht handelt.

 

 

Teilentbindung von der Schweigepflicht auch möglich

Oftmals muss der Ombudsmann dem Versicherungsnehmer dann erklären, dass der Versicherer nur deshalb so handelt, da dieser zur Prüfung der Leistungserbringung angehalten ist. Erhält der Versicherer keine Einsicht, so wird eine Leistungserbringung oftmals verweigert. Viele Kunden scheinen sich zudem nicht im Klaren darüber zu sein, in welchem Maße eine Einsichtnahme in die eigenen Daten nötig ist. Empfehlenswert ist es jedoch, nur den Arzt nur für die Bereiche von der Schweigepflicht zu entbinden, welche für die Leistungserbringung notwendig sind. Die größte Angst vieler Versicherten scheint dabei zu sein, dass die sensiblen Daten in falsche Hände geraten könnten. Zudem kann es sein, dass der Versicherer auch nach einer Einsicht in die privaten Daten von seiner Leistungspflicht entbunden werden kann. Eine Garantie für eine Leistungserbringung ist der Einblick in die Patientenakte also nicht.

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