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PKV

PKV: Versicherer verlieren die Lust an privater Krankenversicherung

1. Dezember 2011

Laut eines Berichts der Financial Times Deutschland (FTD) haben viele große Krankenversicherer das Interesse an der privaten Krankenversicherung verloren. Lediglich die mittelgroßen Versicherungskonzerne würden noch versuchen, die PKV aufrecht zu erhalten, haben dabei jedoch mit großen Problemen zu kämpfen.

 

Versicherungskonzerne arbeiten an Alternativen zur Krankenvollversicherung

Scheinbar steht die private Krankenversicherung vor großen Veränderungen. Dies zumindest berichtet die Financial Times Deutschland und beruft sich dabei auf die Aussagen von großen Versicherungskonzernen wie der Generali, der Allianz und der Munich Re. So sollen alle 3 Versicherungsunternehmen bereits an alternativen Modellen zur PKV arbeiten, die zwar eine Krankenversicherung ermöglichen, dabei aber nicht alle Gesundheitsrisiken abdecken. So könnten die Gesundheitskosten zwischen privater und gesetzlichen Krankenversicherung aufgeteilt werden. Bei einem Krebspatienten würde die gesetzliche Krankenversicherung dann beispielsweise die Behandlung übernehmen, andere Kosten wie beispielsweise für Zahnersatz, die Chefbehandlung oder das Einbettzimmer würden dann von den privaten Krankenversicherern übernommen.

 

Duales-System immer mehr in der Kritik

Damit steigt der Druck auf das System der privaten Krankenversicherung um ein gutes Stück. Immer mehr Krankenversicherer wollen in Zukunft verstärkt auf den Vertrieb von privaten Krankenzusatzversicherungen setzen. Ganz unschuldig an der derzeitigen Situation dürften die anhaltenden Spekulationen um die Einführungen der Bürgerversicherung auch nicht sein. Viele Krankenversicherer rechnen zunehmend mit einer Einführung der Bürgerversicherung und wollen ihre Geschäftsmodelle dementsprechend ausrichten. Auch viele Politiker kritisieren immer mehr den aktuellen Stand des Dualen-Krankenversicherungssystems in Deutschland. Als großes Manko nennen Experten hier die langen Wartezeiten in Arztpraxen sowie die abnehmend schlechteren Leistungen für gesetzlich Versicherte.

 

 

Deutsches Gesundheitssystem in Deutschland einzigartig

Insgesamt versichern die privaten Krankenversicherer in Deutschland rund 9 Millionen Menschen. Rund 72 Millionen Versicherte gehören einer gesetzlichen Krankenversicherung an. Das deutsche Gesundheitssystem ist so in seiner Form in Europa relativ einzigartig. Zwar existieren auch in anderen Ländern private Krankenversicherer, allerdings bilden diese nicht die Regel. Häufig wird hier in anderen Ländern auf die Kombination einer Grundsicherung mit einer zusätzlichen privaten Zusatzversicherung gesetzt.

 

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