zum Inhalt

PKV

PKV: Verbraucherschützer kritisieren Beitragserhöhungen

8. Dezember 2011

Wegen ihrer hohen Beitragserhöhungen für 2012 stehen viele private Krankenversicherer aktuell in der Kritik. Verbraucherschützer Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kritisierte die geplanten Anpassungen der Krankenkassen nun in einem Interview mit der Zeitung „Mannheimer Morgen“ als „Abzocke“. Es könne nicht sein, dass die Versicherten die Konsequenzen von kontinuierlichem Missmanagement zu tragen hätten, so Wortberg. Bei einigen Versicherten falle die Beitragserhöhung sogar so hoch aus, dass deren Existenz bedroht sei.

 

Beitragserhöhungen treffen Rentner schwer

Besonders Rentner hätten es bei den hohen Beitragserhöhungen schwer, neben der Krankenversicherung auch noch ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dies sagte der Verbraucherschützer Michael Wortberg gestern in einem Interview mit dem „Mannheimer Morgen“. Aktuell steige die Zahl der Verbraucher, die nicht wissen, wie sie mit den hohen Beitragserhöhungen umgehen sollen bzw. wie sie sie stemmen sollen. Wortberg stützt sich hier auf ein Beispiel, in dem ein Mann nach dem Infoschreiben seiner Krankenversicherung mit einer 58 prozentigen Beitragserhöhungen für 2012 zu rechnen hat. Wortberg kritisierte das Verhalten der Krankenkassen als „Abzocke“. Es sei nicht richtig, dass letztendlich die Verbraucher die Konsequenzen für das Missmanagement und die Misswirtschaft einiger Krankenkassen zu tragen hätten, so der Verbraucherschützer.

 

Verbraucherschützer kritisiert Central Krankenversicherung

Besonders Rentner hätte Probleme damit, die hohen Beiträge ab 2012 aufzubringen und gleichzeitig noch ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wortbergs Kritik galt unter anderem der Central Krankenversicherung, die kürzlich Beitragserhöhungen von bis zu 40 Prozent angekündigt hatte. Nach Wortbergs Erkenntnissen dürften die durchschnittlichen Beitragserhöhungen hier jedoch nicht bei den angegeben 12,9 Prozent, sondern bei rund 36 Prozent liegen.

 

 

Verbraucherschützer raten zu Tarifwechsel bei Beitragserhöhung

Wer von einer Beitragserhöhung betroffen ist, dem rät Wortberg zunächst die Möglichkeit eines Tarifwechsels zu prüfen. Das Tarifwechsel-Recht ist im § 204 VVG verankert. Sollte sich ein Versicherer weigern, dem Versicherungsnehmer die Tarifwechseloptionen offen zu legen, so sollte der Versicherte immer auf diesen Paragraphen verweisen. Sollte sich trotzdem keine Einigung mit dem Versicherer erzielen lassen, so können Versicherte die Dienste des PKV-Ombudsmanns in Anspruch nehmen. Dieser tritt dann als eine Art Schlichter zwischen beiden Parteien auf. Lässt sich jedoch kein passender Tarif innerhalb des Krankenversicherers finden, so bleibt dem Versicherungsnehmer immer noch die Möglichkeit eines Krankenkassenwechsels. Wichtig hierbei ist es, die Kündigungsfrist bei Beitragserhöhung zu beachten.

 

 

Weitere Artikel aus dieser Kategorie