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PKV

PKV: Verband fordert flexiblere Nutzung der Altersrückstellungen

16. Mai 2012

Das Thema „Beitragserhöhungen“ hängt in der privaten Krankenversicherung nach wie vor an der großen Glocke. Ein neuer Vorschlag des PKV-Verbandes könnte nun für ein leichtes Umdenken sorgen. Der Verband regte dazu an, die bisher gesammelten Altersrückstellungen zu nutzen, um die Beitragserhöhungen moderat zu halten. Zwar ist dies auch Sinn der Altersrückstellungen, allerdings erst im höheren Alter.

 

Höhere Beitragserhöhungen als angegeben

Gerade aufgrund der hohen Beitragserhöhungen halten viele Experten und Gegner der privaten Krankenversicherung das System für nicht zukunftsfähig. Einer Studie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zufolge stiegen die Beiträge der PKV in den vergangenen 10 Jahren pro Jahr um rund 5 Prozent im Schnitt. Damit liegen die Beitragserhöhungen deutlich über den vom Verband angegebenen 2 Prozent.

 

Altersrückstellungen bereits ab 45 nutzen?

Um die Beitragserhöhungen künftig moderat zu halten, schlug der Verband der privaten Krankenversicherungen nun vor, die Altersrückstellungen zu nutzen, um die Erhöhungen abzufedern. Bisher waren diese jedoch ausschließlich gedacht, um die Erhöhungen im hohen Alter abzufedern, nicht jedoch alle Erhöhungen. Dies berichtet das Versicherungsjournal und erklärt, der Verband stünde bereits mit BaFin in Kontakt, erste Gespräche über eine derartige Lösung hätten bereits begonnen.

 

 

Flexiblere Nutzung der Altersrückstellungen

Bereits seit einiger Zeit setzt sich die private Krankenversicherung verstärkt für eine flexiblere Nutzung der Altersrückstellungen ein. Gerade im Altersbereich 45 – 60 Jahre herrsche ein großer Bedarf. Sollte die Regierung einer flexibleren Nutzung zustimmen, so könnten auch bereits im jüngeren Alter Beitragserhöhungen deutlich besser abgemildert werden. Ob die Aufsichtsbehörde und die Regierung einem derartigen Schritt jedoch zustimmen, ist bisher noch ungewiss.

 

Öftere, aber geringe Beitragserhöhungen

Ein weiterer Vorschlag des Verbandes ist es zudem, die Beitragserhöhungen nicht mehr einmal jährlich auf einmal, sondern in kleineren Abschnitten über das Jahr verteilt zu erheben. Dies würde dann zwar die plötzliche finanzielle Belastung des Versicherten vermeiden, das Problem an sich ließe sich dadurch jedoch nicht lösen. Einige Krankenversicherer planen zudem, die absehbaren Erhöhungsrisiken mit in die Beitragsberechnung einfließen zu lassen, um so die Anpassungen minimal zu halten. Lediglich bei unabsehbaren Risiken wäre dann noch eine Erhöhung notwendig.

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