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PKV

PKV: Verband dementiert GKV-Abwanderung

10. Januar 2012

Der Verband der privaten Krankenversicherung  (PKV) widersprach nun einem Bericht des SPIEGEL, in dem behauptet wurde, die privaten Krankenversicherer würden aktuell vermehrt Mitglieder an die gesetzliche Krankenversicherung verlieren. Dies sei nicht der Fall, wie der Sprecher des Verbandes, Stefan Reker bekannt gab. Es sei auch weiterhin so, dass mehr Versicherte aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechselten, als umgekehrt.

 

GKV erfreut über gesteigertes Interesse von Privatversicherten

Der Sprecher des Verbands der gesetzlichen Krankenversicherung,  Florian Lanz, jedoch freute sich über das steigende Interesse und die gesteigerte Nachfrage nach Angeboten der GKV. Lanz weiter: “Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ist bei uns jeder Versicherte willkommen“. Erst gestern hatte der SPIEGEL über ein großes Abwandern der Privatversicherten in die gesetzliche Krankenversicherung berichtet. Wilfried Jacobs, Chef der AOK Rheinland/Hamburg stütze die Aussage des Verbandssprechers. Nach eigenen Angaben verzeichnet die AOK aktuell deutlich mehr Anfragen von Privatversicherten, die gerne aus der PKV zur AOK wechseln würden. Die Barmer GEK konnte im vergangenen Jahr rund 27.600 Wechsel verzeichnen, bei denen Versicherte aus der PKV zur Barmer GEK wechselten.

 

Nutzung von Schlupflöchern nicht ganz risikofrei

Einige Krankenkassenmanager kündigten an, wechselwillige Versicherte bei ihrem Wechsel zu unterstützen und Ihnen mögliche Schlupflöcher aufzuzeigen. Hier sollten Versicherte jedoch vorsichtig sein, wie Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten mitteilte. Bei der Nutzung von Schlupflöchern könnten Versicherte unter Umständen auch im Nachhinein noch ihren Versicherungsschutz in der GKV verlieren und müssten sich wieder in der PKV versichern.

 

 

PKV zu GKV: Voraussetzungen

Der Wechsel aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist jedoch unter normalen Voraussetzungen nicht ganz einfach. So können Angestellte nur dann zurückkehren, wenn ihr Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt oder sie arbeitslos werden. Selbstständige und Freiberufler können nur dann in die GKV zurück, wenn sie ein arbeitnehmer-ähnliches Arbeitsverhältnis aufnehmen. Das hieraus erwirtschaftete Einkommen muss jedoch unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen. Die Rückkehr in die GKV wird deshalb erschwert, damit junge Menschen die PKV nicht ausnutzen, um von den günstigen Beiträgen zu profitieren und dann im hohen Alter wieder zurück in die GKV wechseln.

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