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PKV

PKV Urteil: Therapie-Kostenübernahme durch Beihilfeträger

24. Juni 2011

 

 

 

In der privaten Krankenversicherung gehen die Meinungen bei nicht wissenschaftlich bestätigten Therapien seit einiger Zeit auseinander. Häufig verweigern die Kassen eine Kostenübernahme solcher Therapien. Dies könnte sich aber schon bald, zu mindestens für privatversicherte Beamte ändern. Das Bundesverwaltungsgericht fällte nun ein Urteil zu einem solchen Fall.

 

Beihilfeträger verweigern Kostenübernahme

Häufig weigern sich die privaten Krankenversicherungen, wenn es um wissenschaftlich nicht bestätigte Therapien und Behandlungsmethoden geht, die Kosten zu übernehmen. Beihilfeträger sehen das häufig ähnlich und verweigern eine Kostenübernahme. Nun aber urteilte das Bundesverwaltungsgericht gegen einen Beihilfeträger. Laut dem Urteil haben nun Beamte mit Beihilfe Anspruch auf nicht wissenschaftliche Therapien, allerdings nur in bestimmten Ausnahmefällen.

 

Kostenübernahme bisher nur bei medizinisch notwendigen Therapien

Bisher übernahmen die privaten Krankenversicherungen medizinisch notwendigen Therapien die Kosten. Somit wurden wissenschaftlich bestätigte Therapien von vorneherein nicht ausgeschlossen. Ein Beihilfeträger allerdings weigerte sich, bei einem Beamten die Kosten für eine nicht wissenschaftlich bestätigte Therapie zu übernehmen. Bisher mussten Beamte diese Kosten aus eigener Tasche zahlen. Nun entschied das Bundesverwaltungsgericht zugunsten der Beamten und entschied, dass wenn keine andere Therapieform zum gewünschten Erfolg verhelfe, auch die Kosten für eine nichtwissenschaftlich bestätigte Therapie übernommen werden müssen.

 

 

Kostenübernahme nur nach medizinischer Erprobung

Das Bundesverwaltungsgericht verband das Urteil mit einer weiteren Forderung. Zukünftig müssten Therapien nach einer medizinischen Erprobung auch noch wissenschaftlich bewiesen werden. Hierfür dürfen nur wissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen werden, Einzelfälle gelten nicht. Es muss also mindestens eine erwiesene Heilung oder Linderung der Krankheit vorliegen, damit eine Kostenübernahme beantragt werden kann.

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