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PKV

PKV Urteil: Risikozuschlag trotz abgeheilter Krankheit

1. Juni 2011

 

Normalerweise darf eine Krankenkasse nur einen Risikoaufschlag erheben, wenn der Versicherte erkrankt ist. Nun entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe, das der Risikoaufschlag auch nach Abheilung der Krankheit weiter bestehen bleiben darf.

 

Ende des Risikozuschlags bisher unklar

Möchte jemand in der privaten Krankenversicherung unterkommen, so muss er vor dem Eintritt eine Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen. Sollte der Versicherte unter einer oder mehreren Vorerkrankungen leiden, dürfen die privaten Krankenkassen einen Risikozuschlag erheben, um das finanzielle Risiko teurer Behandlung zu minimieren. Die Frage, ob ein Risikozuschlag auch nach Abheilung der Krankheit weiter erhalten bleiben darf, war bisher nicht ganz klar. Nun urteilte das OLG Karlsruhe zu Gunsten der Kassen.

 

Arzt bescheinigte Heilung, Mann musste trotzdem zahlen

Ein Versicherter musste in einem aktuellen Fall rund 180 Euro aufgrund Depressionen und einen Magen-Darm-Problems zahlen. Außerdem litt er an einem Rückleiden. Im Jahre 2008 bescheinigte ihm der Arzt, das alle Leiden komplett geheilt sein. Der Patient war daraufhin der Meinung, der Risikozuschlag sei nun überflüssig. Da die Krankenkasse diese Meinung nicht teilte, ging der Mann vor Gericht.

 

 

Risikozuschlag auch nach Genesung möglich

Die private Krankenversicherung verzichtete zwar auf den Risikozuschlag für das Magen-Darm Problem sowie für die Depressionen, jedoch nicht auf den Teil für das Rückenleiden. So musste er weiterhin einen Risikozuschlag von 124 Euro zahlen. In einem ersten Anlauf vor Gericht gaben ihm die Richter Recht, allerdings kippten sie wenig später das erste Urteil. Sie begründeten dies damit, dass nicht die Meinung des Arztes ausschlaggebend ist, sondern einzig und allein die Meinung der Krankenkasse zählt, wenn es um die Abheilung einer Krankheit geht.

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