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PKV

PKV Urteil: Kostenübernahme für Medikamentengabe

6. Februar 2012

Vor dem Abschluss einer Versicherungsverhältnisses ist es für den Versicherungsnehmer sehr wichtig, sich die Versicherungsbedingungen genauestens durchzulesen, um Missverständnisse zu vermeiden. Zudem ist es empfehlenswert, vor der Inanspruchnahme von Leistungen die Kostenübernahme mit dem Krankenversicherer im Vorfeld abzusprechen. In einem aktuellen Fall hätte dies der Klägerin sicherlich einige Kosten erspart. Die Frau hatte sich Medikamente von einem Pflegedienst verabreichen lassen und wollte sich die anfallenden Kosten von ihrem Krankenversicherer erstatten lassen. Dieser verweigerte jedoch die Kostenübernahme.

 

Krankenversicherer verweigert Kostenübernahme für Medikamentengabe

Eine 90-jährige Frau, musste aufgrund der Tatsache dass sie im Rollstuhl sitzt, den Pflegedienst ihres Wohnheims mit der Verabreichung ihrer Medikamente beauftragen. Die Kosten in Höhe von rund 800 Euro wollte die Frau anschließend mit ihrem privaten Krankenversicherer abrechnen, dieser jedoch verweigerte die Kostenübernahme. Daraufhin zog die Frau vor das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht und reichte Klage ein (AZ.: 16 U 43/11).

 

Begründung des OLG

Die Frau sah sich im Recht, da die häusliche Pflege ihrer Meinung nach auch die Kosten für die Medikamentengabe mit einschließe. Dem sei jedoch nicht so, erwiderte der Krankenversicherer. Auch das Gericht konnte die Meinung der Frau nicht teilen, der Krankenversicherer habe die Frau sogar darauf hingewiesen, dass zwar die Kosten für die Medikamente abgedeckt seien, die Kosten für die Medikamentengabe jedoch aus eigener Tasche bezahlt werden müssten, erläutert das Gericht das Urteil.

 

 

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Kosten für Medikamentengabe

Anders als in der privaten Krankenversicherung schließt die häusliche Pflege der gesetzlichen Krankenversicherung die Kostenübernahme für die Gabe von Medikamenten mit ein. Jedoch ist dies nicht in allen Fällen der Fall, sondern nur wenn der Versicherungsnehmer alleinstehend und eine eigene Einnahme der Medikamente aus körperlichen oder geistigen Gründen nicht möglich ist. Versicherte einer privaten Krankenversicherung sollten sich ihre Versicherungsbedingungen daher genauestens durchlesen und im Zweifelsfall bei ihrer Krankenversicherung nachfragen, welche Kosten übernommen werden und welche nicht. Wer sich vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung nicht sicher ist, ob wirklich alle wichtigen Kosten durch den Versicherungsvertrag abgedeckt sind, sollte einen Experten aufsuchen und diesen einen Blick auf die Versicherungsbedingungen werfen lassen. Nur so lassen sich Leistungslücken vermeiden.

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